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Erst seit 1998 ist das Gebiet der zentralen Kalahari für den Individualtourismus geöffnet. Es zählt mit seinen 52.800 qkm zu den fünf größten Naturreservaten der Erde.
Das Gebiet wurde bereits 1961 von der britischen Protektoratsverwaltung gegründet, um die bedrohten Jagdgründe der letzten als Jäger und Sammler lebenden “San der Kalahari” zu schützen, die hier seit 25.000 Jahren leben. Dem heutigen Leben dieser früher als Jäger und Sammler lebenden Urbewohner kann man in den Siedlungen New Xade, in Ghanzi sowie den bemerkenswerten Projekten in Kuru und D’kar nachspüren.
Das Gebiet der CKGR besteht aus einer flachen Savannen- und Halbwüstenlandschaft, in der sich Grasland, Buschsavanne, lichte Wälder, ausgedehnte Dünenformationen, mineralische Pfannen sowie fossile Flußtäler, miteinander abwechseln. In dieser semiariden Savannenlandschaft konnten sich Flora und Fauna mit Niederschlägen von kaum mehr als 300 mm pro Jahr natürlich entwickeln.
Der Besuch der CKGR lohnt vor allem auch während der Regenzeit, nicht nur wegen der großen Tierherden, vielmehr auch wegen der abenteuerlichen Stimmung und des Privilegs, einen Sonnenuntergang ganz für sich alleine zu haben. Für jeden, der das Abenteuer und die Einsamkeit sucht, ist das genau der richtige Platz.
Für die Erkundung des Central Kalahari Game Reserve ist unbedingt Allradantrieb und GPS nötig. Da es keine Versorgungs- und Tankmöglichkeiten gibt, müssen entsprechende Vorräte mitgeführt werden.
Die beeindruckendste Landschaft ist für uns das Deception Valley im Nordosten, das durch die Forschungsarbeit der amerikanischen Biologen Mark und Delia Owens über die Löwen und Braune Hyäne und den daraus resultierenden Roman “Cry of the Kalahari” Bekanntheit erlangte.
Das ausgetrocknete Flussbett des Deception Valley ist mit fruchtbarem Grasland bewachsen, das immer wieder durch Buschland und Akazien aufgelockert wird. Hier hat man gute Beobachtungsmöglichkeiten für Springböcke, Oryxantilopen, Löwen, Geparde, Schakale und Löffelhunde und vor allem die Braune Hyäne kann man hier entdecken.
Uns besuchten zumindest zwei, nachdem wir in unser Dachzelt gegangen waren und noch von oben die Aussicht auf unser Lagerfeuer genossen haben. Tagsüber hat man normalerweise wenig Glück, sie zu entdecken.
Das Reservat verfügt derzeit über 17 Campingareale, die meist nur wenig Stellplätze aufweisen. Das Khutse Game Reserve, am südlichen Ende des Kalahari Game Reserve gelegen, ist völlig anders als die Kalahari. Es ist Teil eines alten Flusssystems, das sich in nordöstlicher Richtung bis zum Makgadikgadi See erstreckte.
Alles, was man von diesen Flüssen heute noch sieht, sind einige Trockenflussbetten und Pfannen. Heute konzentriert sich hier das Tierleben. So bedeutet denn auch das Wort „Khutse“ soviel wie „Ort, an dem man niederknien und trinken kann“. Normalerweise füllen sich die Pfannen während der Regenzeit mit Wasser, es gibt aber auch zwei künstliche Wasserstellen in Molose und Moreswe, die das ganze Jahr über Tiere anziehen. Auch die Chancen Löwen zu sehen, sind recht gut.
Khutse ist mit 2.590 qkm ein eher kleines Tierschutzgebiet, das im Norden an das Central Kalahari Game Reserve grenzt.
Den Park haben wir selber noch nicht besucht, das kommt aber sicherlich auch noch. Wir haben nur teilweise schon von sehr schlechten Pisten gehört.
Unser Tipp:
Wir haben bisher immer über den Süden die Kalahari durchquert. Wir sind über Ghanzi nach Xade gefahren, unserer ersten Campsite. Hier ist auch gleich ein paar Kilometer weiter eine Rancherstation, an der man sich für den Park anmelden und bezahlen muss. Xade besteht aus nur einer Campsite mit einem grossen Baum als Schattenspender.
Die Anfahrt nach Xade erwies sich bei unseren beiden Reisen 2002 und 2003 immer als die schwierigste Strecke, die Straße war zum Teil im Bau, es soll wohl eine Schotterstrasse zumindest bis zu einem kleinen Dorf gemacht werden.
Auch ist die Beschilderung nicht gerade toll, wir sind beim ersten Mal aus Versehen in das Dorf gefahren, was aber der falsche Weg war. Der Weg in die Kalahari führte schon ein paar hundert Meter vor dem Dorf halbrechts (leicht südlich) am Dorf vorbei. Die Strecke war durch die Baufahrzeuge ziemlich tief ausgefahren.
Die weitere Piste ist auch nicht viel besser, sehr tiefsandig und ausgefahren. Hier ist es sicherlich nicht verkehrt, den Reifendruck etwas abzulassen, damit man nicht liegen bleibt. Mit Gegenverkehr muss man normalerweise nicht rechnen. Es kann aber auch grosse Probleme geben, da es zum Teil nur einspurig ist.
Im September 2002 waren wir alleine auf Tour, die Durchquerung der Kalahari war bis auf die Buckelpiste kein Problem. Nur als wir endlich in Xade waren, mussten wir 2 h das Auto putzen, da im hinteren Teil des Wagens alles durcheinandergefallen war.
Im September 2003 gingen wir mit zwei Autos auf Tour, was unser Glück war, da wir auf der Zufahrt nach Xade in einem grossen “Sandkasten” liegengeblieben sind. Die Ursache war schnell gefunden, nachdem wir uns tief in den Sand eingebuddelt hatten. Unser Allrad war defekt, wir hatten nur Hinterradantrieb, was wir leider viel zu spät merkten.
Zum Glück war Ralf mit dem zweiten Auto dabei. Der erste Versuch, das Auto wieder rauszuziehen, schlug fehl und endete damit, das nun zwei Autos festgefahren waren. Nach über zwei Stunden harter Arbeit unter der Nachmittagssonne der Kalahari waren wir dann endlich wieder frei. Nun hatten wir zwei Probleme, die Sonne ging langsam unter und wir mussten noch ca. zwei Stunden weiterfahren bis zu unserer Campsite Xade und das ohne Allrad.
Wir ließen Ralf vorfahren und sobald er Tiefsand in der Dunkelheit ausmachte, sagte er uns über Funk Bescheid und wir gaben Vollgas, um nicht wieder liegen zu bleiben. War wirklich ein Erlebnis! Wir schafften den Rest zur Campsite ohne größere Probleme. Ein guter Tip, falls Euch ähnliches passiert, und ihr völlig verdreckt und verschwitzt dort in Xade ankommt, fahrt gleich bis zum Ranchercamp (3 km) weiter, dort könnt ihr Euch wenigstens wieder duschen :-)) und der Urlaub sieht dann gleich viel besser aus.
Die weiteren Wege im Park sind sehr gut im Vergleich zur Anfahrt nach Xade, wir hatten mit dem defekten Allrad keine weiteren Probleme. Der Weg im Norden aus dem Park Richtung Rakops ist auch nicht ganz ohne, erst kommt man sich vor wie in einer Achterbahn, später war es dann ziemlich ausgefahren und der Sand wie Puderzucker. Es staubt wirklich ganz heftig im und ums Auto.
Die Campsites, auf denen wir bisher übernachteten, waren Xade, Deception Valley und Sunday Pan.
Wobei uns das Deception Valley am besten gefallen hat. Dort gibt es auch mehrere Campsites, die zumindest in Sichtweite sind, in Xade und Sunday Pan gibts nur eine.
Auf den Campsites sind keinerlei sanitäre Einrichtungen vorhanden, auch gibt es kein Wasser vor Ort. Die einzigen Einrichtungen sind bei den Eingangsgates, da könnte man evtl. seinen Wasservorrat auffüllen.
Somit wird der Spaten zum Toilettengang ein Muss :-))
Mit Brennholz sieht es vor Ort auch sehr schlecht aus. In Xade kann man nichts gross finden, in der Deception hat man etwas mehr Glück. Am einfachsten ist es eigentlich, sich schon vorher Brennholz zu kaufen. Das Holz wird am Straßenrand verkauft, also am besten für ein Lagerfeuer ein bis zwei Bündel Holz, denn das ist ja das Gemütliche am Abend.
Wichtig sind natürlich auch die Lebensmittel, Getränke und Wasser.Am Besten schon in Windhoek oder in Ghanzi genügend einkaufen, denn in der Kalahari gibt es gar nichts. Etwas Brauchwasser zum Abspülen und für die Hygiene sollte man auch dabei haben.
Auch zum Tanken hat man nicht sehr viele Möglichkeiten. Beim Reinfahren in Ghanzi ist es problemlos, an der Shell kann man auch mit Mastercard bezahlen. Beim Verlassen der Parks im Norden ist es etwas schwieriger, in Rakops gibt es leider nichts, erst evtl. in Mopipi und ganz sicher in Letlhakane.
Also beide Tanks voll und am besten noch zwei bis drei 20-Liter-Kanister mitnehmen, sonst hat man wirklich ein grösseres Problem.
weitere Bilder von der Zentralkalahari  |
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