Reunion & Mauritius 2017

Zwei Inseln – zwei Gesichter

Diesen Herbst führte uns unsere Reise in den Indischen Ozean, wo wir die Inseln La Réunion und Mauritius besuchten. Zwei Inseln, die nur ca. 200 km auseinanderliegen und doch fast nicht unterschiedlicher sein könnten. Während Réunion zu Frankreich gehört und in vielerlei Hinsicht europäisch ist, ist Mauritius ein eigenständiger Inselstaat mit einem afrikanisch indischen Flair. Beide Inseln haben schöne Strände, aber auf Réunion ist die Küste wilder und nicht wie auf Mauritius größtenteils von einem Riff umschlossen. Beide Inseln sind vulkanischen Ursprungs und im Inneren bergig mit Regenwäldern, Wasserfällen und vielen exotischen Pflanzen. Doch Mauritius wirkt etwas gezähmter, die Berge sind nicht so hoch und die Täler nicht so tief und unerschlossen. Auf Réunion ist immer noch der Vulkan Piton de la Fournaise aktiv und kann jederzeit erneut ausbrechen. Die Insel biete sich perfekt für einen aktiv Wanderurlaub an, während Mauritius mit seinen schönen Stränden etwas mehr zu einem Badeurlaub einlädt. Jede Insel für sich ist eine Reise wert, aber zusammen sind sie ein perfektes Doppel.
Diese Kombination faszinierte uns und wir nutzten unseren Urlaub, um die zwei Inseln zu erkunden.

Reisebericht als PDF ohne Bilder

Donnerstag, 28.09. – 29.09.2017

Die Taschen waren gepackt und alles Wichtige gut verstaut. Ich hatte schon ein paar Tage frei und war im Urlaubsmodus, während Chris bis mittags arbeiten ging. Wir tranken noch mit der Familie Kaffee und gegen 17.00 Uhr verabschiedeten wir uns von unseren Süßen. Chris Mutti brachte uns zum Flughafen. Wir waren fast alleine beim Einchecken und hatten schnell die Taschen abgegeben. Diesmal flogen wir mit der Condor, wo ich Plätze in der Premium Economy ergattert hatte. So konnten wir 25 kg Gepäck ohne Aufpreis mitnehmen und hatten Sitzplätze mit etwas mehr Beinfreiheit, was bei einem Nachtflug wirklich angenehm ist. Auch das komplette Entertainment- Paket war natürlich dabei – ein Muss für Chris. Wir schauten Piraten der Karibik und Alien, dann konnte ich nicht mehr und schlief bis zum Frühstück, das im Gegensatz zum Abendessen richtig gut war.
Kurz vor 9.00 Uhr morgens landen wir auf Mauritius und blieben gleich im Transitbereich. Die Abfertigung ging sehr schnell und schon saßen wir im nächsten Flieger, der uns in 40 Minuten nach Réunion brachte. Hier landeten wir um kurz vor 11.00 Uhr. Wieder hatten wir Glück und die Einreise verlief schnell und ohne Probleme.
Etwas länger dauerte es am Autoschalter, denn vor uns standen schon einige Leute und warteten auf ihren Wagen. Doch nach ca. einer Stunde hielten wir den Schlüssel zu unserem knuffigen Dacia Duster in den Händen. Der kleine Geländewagen gefiel uns auf Anhieb und war eine super Wahl, wie wir schnell auf den sehr kurvigen Straßen feststellten.
Dank Navi kamen wir gut aus dem Flughafengelände heraus und schon bald kämpften wir uns durch unseren ersten Stau in Saint-Denis bis auf die Ringstraße, die uns in Richtung Saint Leu führte. Ab hier kamen wir jedoch gut voran und bestaunten den Bau einer neuen Straße, die auf hohen Pfeilern im Meer die Küsten entlangführen wird. Entlang vieler kleiner Orte näherten wir uns unserem Ziel - der Unterkunft Kaz Ocean, die ca. 40 km von Saint-Denis entfernt liegt. Wir verließen die Ringstraße und waren auf einmal in einer anderen Welt. Enge kurvige Straßen und zum Teil Gassen führten uns immer höher hinauf bis in den kleinen Ort, wo unsere Unterkunft sich befand. Erst einmal fuhren wir an der engen Einfahrt vorbei, die bergab bis zu unserem Bungalow führte, doch beim zweiten Versuch klappte es und ich fand die Zufahrt zu Fuß. Denn die Straße war wirklich extrem eng und führt steil bergab. Aber alles war richtig und schon bald standen wir auf dem Hof, wo uns Priscilla das Hausmädchen schon erwartete, da die Besitzer Yves und Stephan an diesem Tag verhindert waren. Leider konnten wir überhaupt kein Französisch und sie so gut wie kein Englisch, aber mit Händen und Füßen und viel Gelächter konnten wir uns besser als gedacht verständigen. Das Zimmer gefiel uns auf Anhieb. Es war klein und gemütlich und mit allem ausgestattet, was das Herz begehrte. Eine komplett ausgestattete Küche mit Sitzecke und einer kleinen Terrasse, über die man durch den Garten zum Pool kam. Eine Holztreppe führte hoch zu einer kleinen Galerie, wo unser Bett stand. Ein Obstteller mit exotischen Früchten stand für uns bereit und ein paar Sachen waren schon im Kühlschrank. Wir packten etwas aus und erkundeten die schöne Gartenanlage mit dem Pool und seiner wunderschönen Aussicht auf das blau funkelnde Meer. Hier stand auch der Gasgrill, den Chris unbedingt ausprobieren wollte. Es war herrlich warm und die Vögel zwitscherten.
Nachdem die erste Neugier gestillt war, schnappten wir unser Auto uns fuhren nach Saint-Leu zum Supermarkt. Was für eine tolle Auswahl!!! Hier gab es alles was man sich nur wünschen konnte und allein die Käseauswahl ließ unsere Herzen höher schlagen. Hier bekamen wir unter anderem den besten Trüffelkäse überhaupt, aber auch andere französische Käsesorten wanderten in unseren Einkaufswagen. Auch die Fleisch- und Fischauswahl war super, wie auch das Wein- und Sektangebot.
Die Fahrt zurück war wieder abenteuerlich, denn unser Navi führte uns durch ein Gewirr aus engen Straßen und Serpentinen. Manchmal fragten wir uns, wie hier zwei Autos durchkommen sollen, aber irgendwie ging es immer, auch wenn manchmal einer rückwärtsfahren musste. Wir waren wirklich froh, dass unser Navi funktionierte und die Karte auf dem neusten Stand war.
In unserem Zimmer verstauten wir alles und genossen den Sonnenuntergang mit einem Glas Sekt am Pool. Es war sommerlich warm, aber es kühlte mit Sonnenuntergang ganz schön ab. Wunderschön versank die Sonne im Meer. Wir waren angekommen.
Am Abend fuhren wir in eines der besten Restaurants dem Blue Margouillat, wo uns Yves schon vorab einen Tisch reserviert hatte.
Der Kellner führt uns an einen hübschen Zweiertisch am Pool. In der Ferne hörte wir das Meer rauschen. Das Essen war wirklich sehr fein. So gab es als Vorspeise Lachs Cannelloni mit Salat und Hummertartar. Chris hatte als Hauptgericht Kalb mit Mozzarella überbacken auf einem Brot-Gemüsebett und ich Scallops (Jakobsmuscheln) mit Riesengarnelen – wirklich zwei Gaumenfreuden. Leider wurde es ganz schön frisch und unser Heizpilz war kaputt, aber es war trotzdem ein schöner und gelungener Geburtstagsabend für mich.
Zurück in unserer Unterkunft gönnten wir uns noch einen Gin Tonic, ehe wir todmüde in unser Bett fielen.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

  • Unser Flieger
  • Kurz vor dem Abflug
  • Kaz Ocean, Reunion
  • Pool mit Weitblick
  • Sundowner
  • Aussicht auf Saint-Leu, Reunion
  • Restaurant Blue Margouillat
  • Gleich gibt es Essen

Samstag, 30.09.2017

An unserem ersten Morgen auf der Insel schliefen wir aus. Nun ja, wir waren schon um 6.30 Uhr wach, aber fühlten uns ausgeschlafen. Bei schönstem Sonnenschein frühstückten wir auf der Terrasse und genossen die wärmenden Strahlen der Morgensonne.
Unser erstes Ziel an diesem Morgen war der 2.632 m hohe Vulkan Piton de la Fournaise. Er entstand vor 380.000 Jahren an der Südseite des Piton des Neiges und ist auch heute noch einer der aktivsten Vulkane der Welt. Er gilt jedoch als vorhersehbar und daher relativ ungefährlich, denn die dünnflüssige Lava läuft ohne größere Gasexplosionen in Richtung Meer. Er ist ein Teil der "Inneren Zone" des 2007 gegründeten Nationalparks Réunion und gehört seit 2010 zum Weltnaturerbe der UNESCO.
Frisch gestärkt ließen wir uns von unserem Navi zum Vulkan leiten – ein Fehler, denn das Navi leitete uns auf abenteuerlichen Straßen und unzähligen Serpentinen durch das Hinterland bis zum Vulkan. Über die Ringstraße wären wir sicher schneller am Ziel und ich kann nicht einmal behaupten, dass die Landschaft es wert gewesen wäre, denn vor lauter Kurven konnte man sich auf nichts anderes als auf die Straße und seinen Magen konzentrieren. So bekamen wir fast nichts von der tollen Landschaft mit, die von Zuckerrohrfeldern geprägt war.
Die Fahrt bis zum Vulkan zog sich ewig. Dann irgendwann kamen wir in Plaine des Cafres an, wo die 35 km lange "Route du Volcan" beginnt. Die gute Teerstraße führte uns über Bourg Mourat durch eine grüne und fast alpine Weidelandschaft, während sie sich immer höher schraubte. Den ersten Stopp machten wir am Commerson Crater, der von einem kleinen Parkplatz schnell zu erreichen war. Hier hatten wir einen tollen Einblick in den tiefen Krater, der von unzähligen Wolken umgeben war. Leider zog es immer mehr zu und so hatten wir nur bedingt Aussicht auf die wunderbare Landschaft jenseits des Kraters.

  • Frühstück
  • Commerson Crater, Reunion
  • Commerson Crater, Reunion
  • Commerson Crater, Reunion

Nach einer ausgiebigen Erkundung fuhren wir weiter, bis wir die einzigartige Vulkanlandschaft der Plaine des Sables der äußeren Caldera erreichten. Was für eine Aussicht!!! In Serpentinen schlängelte sich die Straße in den Krater hinab und ab hier wurde die Straße zur Schotterpiste. Nebelschwaden und tief hängende Wolkenfetzen machten das surreale Bild dieser Landschaft perfekt, in der sich die fetzigsten Lavagebilde tummelten.
Wir folgten der Straße bis zu ihrem Ende dem Parkplatz "Pas de Bellecombe" direkt am Kraterrand. Hier stellten wir unser Auto ab und wanderten vorbei an dem kleinen Kiosk zu der Aussichtsplattform, von der aus man einen tollen Blick über die innere Caldera hat. Doch auch hier tummelten sich schon etliche Wolken und zogen über den Rand hinein in die innere Caldera. Doch an diesem Tag wollten wir nicht hinab steigen, sondern uns nur ein Bild vom Vulkan und dem Gelände machen. So wanderten wir am Kraterrand entlang und genossen die Aussicht auf den Formica Léo auch Ameisenlöwe genannt, denn sein Kegel sieht wie ein Trichter des Ameisenlöwen im Sand aus. Wir liefen am einzigen Zugang zur inneren Caldera "Enclos Fouqué" vorbei und genossen die Einblicke in den Krater. Doch die Wolken wurden immer dichter und leichter Nieselregen setzte ein. Um 11.00 Uhr war fast gar nichts mehr zu erkennen und wir gingen zu unserem Auto zurück. Hoffentlich wird das Wetter noch einmal so gut, dass wir uns die Vulkangipfel aus der Nähe anschauen können, denn leider sah die Wettervorhersage für die nächste Woche nicht allzu gut aus.
Wir fuhren zurück durch die Mondlandschaft und hielten des Öfteren begeistert an, denn diese Landschaft hier war wirklich einzigartig.

  • Serpentinen führen hinab zu der Plaine des Sable, Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion
  • Formica Léo , Reunion
  • Formica Léo , Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion

Je weiter wir uns vom Vulkan entfernten, desto schöner wurde auch wieder das Wetter. So fuhren wir spontan zur Ostküste, wo wir uns an einem Straßengrill das letzte knusprige Hühnchen kauften, das wir genüsslich mit Blick auf das Meer verspeisten. Leider wehte ein ganz schön heftiger Wind und Schaumkronen tanzten auf den Wellen, aber das Hühnchen schmeckte hervorragend.
Wir stoppten noch an dem mit Palmen gesäumten Strand Grand Anse. Mittlerweile waren die Wolken immer dichter geworden und sie standen nicht nur über den Bergen der Insel, sondern hatten sich auch über dem Meer eingefunden. Auch hier wehte ein kühler Wind und die Wellen waren meterhoch. Trotzdem hatten sich unzählige Menschen zum Picknick eingefunden und es war gar nicht so leicht, einen Parkplatz zu ergattern. Auch etliche Hochzeitspaare nutzten den schönen Strand für ein Paarshooting, wobei sie vom Wind ganz schön zerzaust wurden. Unser Highlight war jedoch ein hübscher, recht dünner schwarz-weißer Kater, der auf die Reste der Picknickfreunde wartete.

  • Ostküste von Reunion
  • Ostküste von Reunion
  • Grand Anse, Reunion
  • Grand Anse, Reunion

Zurück an unserer Unterkunft, die wir um ca. 17.00 Uhr erreichten, warteten schon unsere Gastgeber Yves und Stephan auf uns. Sie waren total nett und versorgten uns gleich mit einem selbstgemachten Rum-Cocktail auf unserer Terrasse.
Auch an diesem Abend fuhren wir noch einmal zum Essen. Yves hatte uns ein Restaurant empfohlen, wo man typisch kreolisch essen kann. Abenteuerlich und sehr kurvig ging es hinab ans Meer, wo wir in der Nähe des Restaurants einen der letzten Parkplätze ergatterten.
Zum Glück hatten wir reserviert, denn es war relativ voll. Das Buffet war gut, aber irgendwie ist Buffetessen nicht mehr so unser Ding, denn es erinnert immer ein wenig an zu früh gekocht und zu lange auf der Flamme gestanden. Natürlich geht es nicht anders und es war auch schmackhaft, aber auch nicht mehr. Außerdem isst man immer zu viel, denn man möchte alles kosten. Trotzdem aßen wir gut und fuhren mit vollen Bäuchen zurück ins Kaz, wo wir uns noch für einen Drink auf die Terrasse setzten und der Kühle der Nacht trotzten.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

Sonntag, 01.10.2017

Schon um 4.30 Uhr quälten wir uns aus unserem Bett, denn heute wollten wir eine Wanderung zu der bekannten kesselartige Schlucht Trou de Fer machen. Diese Schlucht ist ein Highlight der Insel, denn hier stürzen von sechs verschiedenen Seiten Wasserfälle 250 - 300 m tief in das Trou de Fer und sollen dabei ein atemberaubendes Dröhnen erzeugen. Wieder ließen wir uns durch unser Navi leiten, als ob wir am Vortag noch nicht genug Kurven gefahren wären. Hinzu kam noch, dass Chris sich mit dem Weg nicht sicher war, den sein Navi ihm vorschlug und so sollte ich noch in Maps Me schauen und ihm den Weg bestätigen, was ich auch tat, bis es einfach nicht mehr ging und ich mich fast übergeben musste. Von da an konnte ich nur noch geradeaus schauen und hatte mit meinem Magen zu kämpfen. Hinzu kam auch noch, dass das Wetter immer schlechter wurde und die Wolken immer tiefer sanken, so dass wir bald schon im dichten Nebel mit Sprühregen unterwegs waren. Kurz vor dem Ziel brachen wir schweren Herzens diese sinnlose Unternehmung ab und fuhren zurück in Richtung Saint Leu. Okay, was tun mit dem angebrochenen Tag. Wir beschlossen den Piton Maïdo, ein 2.204 m hoher Berg, den man befahren kann, zu erkunden. Denn hier war das Wetter viel besser und von oben soll man eine fantastische Aussicht auf die Bergdörfer im Talkkessel von Mafate (Cirque de Mafate) haben und auch weit über das Meer schauen können.
Frohen Mutes kämpften wir uns durch die Wolken, hoch und immer höher ging es in zahlreichen Kurven. Hatten wir anfangs noch für ca. 90 Kilometer Sprit im Tank, konnten wir nun zuschauen, wie er mit jeder Kurve und jedem Meter weniger wurde. So fiel er von 90 Kilometer Reichweite spontan auf 30 Kilometer, um gleich darauf in Reserve überzugehen. Das konnte doch nicht wahr sein!!! So brachen wir auch hier ab und suchten nach einer Tankstelle. Was hier oben in den Bergen leider gar nicht einfach war, denn unser Navi wollte uns immer runter auf die Ringstraße leiten. Doch wir wussten nicht, ob wir das schaffen würden. Nun ja, es ging ja zum Glück bergab. Die ganze Strecke saßen wir zwar wie auf Kohlen, denn auf den kurvenreichen, engen Straßen möchte niemand liegen bleiben. Doch wir hatten Glück und erreichten die Tankstelle mit dem letzten Tropfen Benzin. Dort befüllten wir unser Auto und hatten nun keine Lust mehr auf ein weiteres Abenteuer, denn mittlerweile war es mittags und ab Mittag soll der Maido immer in den Wolken sein. Wahrscheinlich hätten wir an diesem Tag eh kein Glück gehabt – jedenfalls trösteten wir uns mit diesem Gedanken und fuhren einfach hinab ans Meer. Hier war das schönste Wetter und wir erkundeten die Strände um Saint Leu herum. Dank starkem Wind waren die Wellen meterhoch und prallten ungebremst auf die Küste. Was für ein Anblick. Wir entdeckten an einem Aussichtspunkt ein Blow Hole, wo das Wasser meterhoch und mit lautem Getöse durch eine Öffnung in den Felsen gedrückt wurde, so dass es fast wie ein Geysir wirkte. Doch fast genauso faszinierend wie das Blow Hole, waren die Fischer an der Steilküste, die auf den Klippen standen und den Wellen und der Gischt trotzten. Manchmal, wenn die Welle besonders hoch war und mit voller Wucht auf die Klippen traf, sah man keinen Menschen mehr sondern nur noch Wasser. Das sah wirklich atemberaubend aus und wir hofften, dass die Männer wussten was sie taten und es von unserer Perspektive gefährlicher aussah als es war.
Wir fuhren weiter bis zum Grand Anse, wo wir diesmal Pech hatten und keinen Parkplatz bekamen. Das war wohl nicht unser Tag!
Wir stoppten in Saint-Pierre und schauten den Kitesurfern zu, die an diesem Tag natürlich beste Bedingungen hatten.

  • Hafen von Saint-Leu, Reunion
  • Strand an der Westküste von Reunion
  • Strand an der Westküste von Reunion
  • Hier ist leider jemand gestorben
  • Blow Hole an der Westküste von Reunion
  • Waghalsige Fischer an der Westküste von Reunion
  • Waghalsige Fischer an der Westküste von Reunion
  • Kitsurfer am Strand von Saint-Pierre, Reunion

In einem Café holten wir uns ein paar leckere Teilchen. Ab und zu kam die Sonne heraus, aber auch hier hingen die Wolken tief und von den Bergen war nichts zu sehen.
Zurück im Kaz Ocean machten wir Brotzeit und ließen uns den besten Trüffelkäse aller Zeiten sowie andere Leckereien mit frischen knackigen Weintrauben schmecken. Es blieb stark bewölkt an diesem Nachmittag. So schliefen wir etwas und lasen in unseren Büchern. Am Abend grillte Chris Thunfischsteaks mit dem Grill am Pool und ich machte uns einen Salat dazu. Gutes Baguette hatten wir eh noch und es wurde ein absolutes Spitzenessen. Der Thunfisch war so zart, dass er auf der Zunge zerging und dabei schmeckte er auch noch aromatisch.
Wir saßen noch etwas draußen, aber es war einfach zu kalt, so dass wir schon um 21.00 Uhr ins Bett gingen.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

Montag, 02.10.2017

Um 4.15 Uhr klingelte unser Wecker. Vorsichtig schauten wir aus dem Fenster nach dem Wetter. Es war sternenklar. Schell kochte ich Kaffee und Chris verstaute unsere Sachen nebst Brotzeit im Auto.
Schon waren wir startklar und es ging los. Unser Ziel war an diesem Morgen der Maido. Diesmal wollten wir es unbedingt schaffen. Das Auto war vollgetankt und unser Navi wies uns den Weg. So fuhren wir gut gelaunt unserem Ziel entgegen. Um diese Uhrzeit waren wir noch fast alleine unterwegs. Als die Straße zum Gipfel des Piton Maido abbog, die man erst ab 5.00 Uhr morgens befahren darf, kam uns nicht ein Auto mehr entgegen, oder überholte uns. Der Weg ging in vielen Kurven steil bergauf. Aber unser Duster kämpfte sich tapfer in völliger Dunkelheit den Berg hinauf. Wir dachten wirklich, dass wir alleine oben sind, aber natürlich hatten auch einige andere Leute diese Idee und standen schon am Aussichtspunkt, als wir ankamen. Wir waren sogar einen Tick zu spät und das schönste Licht der Dämmerung war schon vorbei. So nutzten wir die Zeit bis zum Sonnenaufgang und wanderten am Aussichtspunkt entlang bis zum höchsten Punkt, wo wir zu den Felsen an die Abbruchkante herankamen und perfekt in den Talkessel des Mafate schauen konnten. Die Bergwelt vor uns mit ihren Spitzen und den Tälern wirkte seltsam surreal und absolut berauschend auf uns. Es war so schön, dass wir uns kaum satt sehen konnten. Hinter den Bergen lauerten schon die Wolken wie eine Wand aus Watte. Dann kam langsam die Sonne heraus und kletterte über die Wolken. Mit 4 Grad war es sehr kühl an diesem Morgen, aber davon merkten wir fast nichts, so begeistert waren wir von unserer Aussicht und der felsigen Umgebung. Trotzdem genossen wir das erste Licht, das uns langsam in die Gesichter fiel und uns wärmte. Das Licht eroberte ganz langsam die Felsen um uns herum und schlich sich hinunter in das Tal. Aus den Grautönen wurden warme Farben, die die Landschaft verzauberten. Vögel zwitscherten und aus den Siedlungen unter uns drangen Geräusche zu uns hinauf. Erste Hubschrauber flogen durch das Tal und um uns herum.
Nachdem wir unsere Foto-Lust gestillt hatten, gab es Frühstück mit Aussicht. Hier oben schmeckte es einfach perfekt, der Kaffee war sogar noch heiß und wärmte uns von innen.

  • Piton Maido vor Sonnenaufgang, Reunion
  • Sonnenaufgang am Piton Maido, Reunion
  • Chris im Fotorausch
  • Sonnenaufgang am Piton Maido, Reunion

Da das Wetter absolut super aussah, beschlossen wir spontan zur Nordseite zum Dos d'Âne zu fahren und vom Cap Noir den Blick in den Talkessel von Mafate zu genießen. Doch vorher mussten wir dorthin kommen. Das sah von hier oben recht einfach aus, denn es lag ja in Blickweite, aber mit dem Auto war das eine ganz andere Geschichte, denn wir mussten zuerst wieder den Berg hinab und danach einmal quer über die Insel. Natürlich staute es sich und es hatte relativ viel Verkehr, aber irgendwann gefühlte Stunden später kamen wir auf dem Parkplatz vom Cap Noir an. Für die knapp 40 Kilometer hatten wir über eine Stunde gebraucht. Natürlich war kein Parkplatz mehr frei und wir mussten etwas weiter unten an der Straße parken. Doch der Grund waren nicht die vielen Wanderer, sondern ein Hubschrauber, der Kisten und Ausrüstung in den Cirque de Mafate transportierte. Wir schauten ein wenig zu und begaben uns dann auf den Trail, der am unteren Ende vom Parkplatz beginnt. Das Wetter war immer noch traumhaft und so wanderten wir frohen Mutes los. Der Weg war gut markiert und wir folgten einfach den Wegweisern zum Cap Noir. Nach ca. 100 Metern gabelte sich der Weg, wir hielten uns rechts und gingen erst einmal etwas bergab. Nach knapp 700 Metern erreichten wir den Aussichtspavillon am Cap Noir und blickten in den Talkessel von Mafate, der von einer senkrecht abfallenden Felswand umrahmt ist. Tief unter uns die Schlucht des Rivère des Galets mit den beiden markanten Bergrücken Crête de la Marianne und Crête d'Aurère sowie dem kegelförmigen Piton Cabris. Ein wirklich atemberaubender Anblick aus einer anderen Perspektive.
Nach dem Pavillon schlängelte sich der Panoramaweg an der Abbruchkante entlang, bis wir den südlichsten Punkt erreicht hatten. Von hier aus ging es wieder bergauf an der Hangkante entlang. An einigen Stellen waren Seilsicherungen angebracht und manche Abschnitte mussten wir über kurze Leitern bewältigen. Aber wir fühlten uns sicher und es machte uns riesigen Spaß, den Hang zu erklimmen. Immer wieder hielten wir inne und bestaunten die fantastische Aussicht. Wir erreichten den Felsen »Roche Verre Bouteille«. Von hier aus könnte man seine Wanderung noch weiter ausdehnen, aber uns reichte es und wir bogen nach links ab. Der Weg führte und noch etwas weiter hinauf auf den Bergrücken. Von hier oben konnten wir eine Rundumaussicht genießen. Auf der einen Seite die tollen Berge und den Cirque de Mafate und auf der anderen Seite Siedlungen und Felder bis zum Meer.
Am höchsten Punkt gab es ein paar markante Felsen. Hier gönnten wir uns eine längere Pause, aßen unsere Brote und genossen die Aussicht bei schönstem Sonnenschein. Während Chris auf einen freistehenden Felsen kletterte und die Beine baumeln ließ, blieb ich lieber auf den sicheren Felsen der Kante. Ein weiterer Platz auf dieser Insel schlich sich in mein Herz und gesellte sich zu den anderen Traumplätzen dieser Erde. Wir konnten gar nicht genug bekommen. Erst als sich immer mehr Wanderer ansammelten, rissen wir uns von diesem Platz los und gingen weiter. Ab jetzt ging es nur noch bergab und wieder passierten wir ein paar Stufen bis wir zurück an die Weggabelung kamen, wo kurz darauf unsere Tour am Parkplatz endete. Das Wetter war einfach nur traumhaft und wir waren überglücklich, diese Tour gemacht zu haben.

  • Aussichtspunkt am Cap Noir, Reunion
  • Hier gibt es auch einige Leitern
  • Wow, was für eine Aussicht auf den Cirque de Mafate, Reunion
  • Bergrücken Crête de la Marianne und Crête d'Aurère sowie der kegelförmigen Piton Cabris, Reunion
  • Gratwanderung auf dem Rundweg von Cap Noir, Reunion
  • Aussicht auf den Ort Dos d'Ane und Le Port am Meer, Reunion
  • Einfach mal die Beine baumeln lassen
  • Hier kommt auch Chris zur Ruhe

Wir fuhren hinab bis zum Meer und schauten uns einige Strände an. Das Meer war heute zahm und glitzerte im Sonnenschein. Auch die Temperaturen meinten es gut mit uns und kletterten auf 36 °C, was bei den kleinsten Bewegungen schon sehr schweißtreibend war. Dafür schmeckte uns ein Eis umso besser, auch wenn wir uns beeilen mussten, damit es uns nicht zu schnell wegschmilzt.
So schön es am Meer war, so schlecht war es mittlerweile in den Bergen. Die Wolken hingen dort tief, prallgefüllt mit Regen. Aber das störte uns am heißen Meer nur wenig.

  • Plage de Boucan Canot, Reunion
  • Plage de Boucan Canot, Reunion
  • Saint-Gilles-Les-Bains und der Strand Plage des Brisants, Reunion
  • Plage des Brisants, Reunion

Wir kauften noch ein und fuhren dann zurück zu unserer Unterkunft, wo wir erst einmal Brotzeit machten. Danach gönnten wir uns ein erfrischendes Bad im Pool. Mittlerweile sahen die Wolken an den Bergen echt bedrohlich aus, aber bei uns schien immer noch die Sonne. Doch die Regenfront zog näher und vertrieb uns aus dem Pool. Schnell flitzten wir zurück in unser Zimmer und schauten zu, wie ein tropischer Regenguss in Sekunden alles pitschnass machte. Jetzt gingen die Wolken fast bis zum Horizont und überall regnete es. Dafür war der Sonnenuntergang dramatisch mit tollen Farben.
Am Abend grillten wir Lachs. Wieder gingen wir zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag wollten wir früh los.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

  • Pool des Kaz Ocean, Reunion
  • Farbenfroher Sonnenuntergang über dem Meer, Reunion
  • Farbenfroher Sonnenuntergang über dem Meer, Reunion
  • Farbenfroher Sonnenuntergang über dem Meer, Reunion

Dienstag, 03.10.2017

Der Wecker warf uns schon um 3.30 Uhr raus. Chris war extra um 2.00 Uhr aufgestanden und hatte nach dem Wetter geschaut. Es war sternenklar. Damit stand unser Ziel an diesem Tag fest. Wir fuhren anfangs fast alleine durch die Nacht. Der Vollmond beschien das Meer und die Sterne leuchteten über uns am Himmel. Wir fuhren hinab zum Meer und weiter auf der Autobahn zum Vulkan Piton de la Fournaise, den wir heute besteigen wollten. Mit der Dämmerung kamen wir auf dem Parkplatz an. Wieder waren wir nicht die Ersten. Wir schnappten unsere Kameras und wanderten zur Caldera vor. Die Dämmerung leuchtete orange und Wolken türmten sich schon über dem Meer auf, als ob sie auf ein geheimes Startzeichen warten würden, nur um dann mit hoher Geschwindigkeit in den Talkessel zu ziehen. Der Vulkan lag ohne ein Wölkchen vor uns. Wir machten ein paar Bilder von der Dämmerung und liefen dann los. Frost knisterte unter unseren Füßen und es war ziemlich kalt mit 1 C°. Wir wanderten bis zum einzigen Zugang zur inneren Caldera "Enclos Fouqué" vor. Gut 100 Meter ging es hinab in den Kessel durch die schöne Vegetation des Kraterrandes. Unten angekommen liefen wir bis zur Formica Léo, dem farbenfrohen kleinen Vulkankegel. Auch in ihm glitzerte der Frost im ersten Licht.

  • Schildvulkan Piton de la Fournaise in der Caldera Enclose Fouqué,  Caldera Rempart und Formica Leo, Aussicht vom Pas de Bellecombe vor Sonnenaufgang, Reunion
  • Schildvulkan Piton de la Fournaise in der Caldera Enclose Fouqué,  Caldera Rempart und Formica Leo, Aussicht vom Pas de Bellecombe vor Sonnenaufgang, Reunion
  • Abstieg zur Caldera Enclose Fouqué und Formica Leo, Reunion
  • Formica Leo und Caldera Rempart, Reunion

Weiter ging es über die Lava, immer den weißen Markierungen folgend, quer durch die innere Caldera vorbei an bizarren Lavagebilden. Auch hier hatte die Natur sich schon einiges zurückerobert. So wuchsen Gräser und kleine Sträucher durch die Lava hindurch. Das Grün sah toll aus auf dem schwarzen Untergrund. Leicht bergan ging es bis zur Lavakapelle - Chapelle de Rosemont, in die jemand ein Holzkreuz mit Blume gestellt hatte. Hier gab es einige sehr große Lavagebilde, die wir uns anschauten.

  • Wanderung über der Lava
  • Langsam kommen wir dem Ziel näher, dem Piton de la Fournaise, Reunion
  • Chapelle de Rosemont, Reunion
  • Chapelle de Rosemont, Reunion

Dann kam der anstrengendste Teil, denn es ging stetig bergauf und das auf dem unwegsamen Vulkangestein. Dadurch war der Weg recht anstrengend und schon bald taten uns die Füße weh, trotz guter Treckingschuhe und Socken. Zum Glück konnten wir den weißen Markierungen, die alle paar Meter auf den Steinen waren, gut folgen. Aber das war ja bei schönstem Sonnenschein auch keine wirkliche Herausforderung.
Immer, wenn wir dachten, jetzt haben wir es geschafft und sind bald oben, kam ein neuer Anstieg, doch die Aussicht auf die Vulkanlandschaft unter uns und dem wolkenverhangenem Meer vor uns wurde immer fantastischer. Es war irgendwie so unwirklich. Da liefen wir über die schwarze Lava und kämpften uns stetig bergauf und unter uns glitzerte das Meer, über dem unzählige Wolken weit unter uns auf ihren Auftritt warteten. Was für ein Gefühl!
Die ersten Wanderer kamen uns schon wieder entgegen, dabei sah der Weg noch recht weit aus. Ein Schild spornte uns an, nur noch 20 Minuten, das schaffen wir auch noch, freuten wir uns.
Dann endlich nach einem letzten steilen Stück war es geschafft und wir erreichten den Kraterrand. Alles im allem hatten wir ca. 2,5 Stunden gebraucht. Leider durfte man nicht mehr um den Krater herumgehen. Das war auf Grund von Instabilität verboten, die bei einem der letzten größeren Ausbrüche entstanden sind. Aber an ein paar Stellen konnte man noch in den Krater hinab schauen, der leicht vor sich hin rauchte. Die Farben darin waren wirklich beeindruckend. Alles leuchtete in
Rot-, Braun- und Goldtönen.
Wie friedlich er doch wirkte. Aber wir wussten ja, dass der Schein trügt und er zu den aktivsten Vulkanen der Welt gehört. Die bisher letzte Eruption fand 2017 statt, aber auch in den Jahren davor kam es immer wieder zu kleineren Ausbrüchen.
Aber jetzt war erst einmal Pause angesagt. Während Chris wie ein aufgescheuchtes Huhn hin und her lief und Bilder machte, hatte ich mir die Pause redlich verdient und genoss die Aussicht bei einem leckeren Brot. Hubschrauber kreisten über dem Krater. Als ob das nicht genug wäre, holte Chris auch noch die Drohne raus und ließ sie fliegen, aber nur wenn keine Hubschrauber kreisten. Das war gar nicht so einfach, denn in der Luft war anfangs deutlich mehr los, als am Boden.

  • Andrea auf dem Weg zum Gipfel des Piton de la Fournaise, Reunion
  • Und wieder ist Andrea im Bild
  • Lavafelder und Meer, Piton de la Fournaise, Reunion
  • Steinmännchen kurz vor dem Ziel
  • Pahoehoe-Lava am Krater Dolomieu, Piton de la Fournaise, Reunion
  • Krater Dolomieu, Piton de la Fournaise, Reunion
  • Krater Dolomieu, Piton de la Fournaise, Reunion
  • Aussicht vom Piton de la Fournaise, Reunion

Auch die Wolken im Osten rückten langsam, aber unaufhaltsam näher. Als sie anfingen, über den Rand der Caldera zu kriechen, begaben wir uns auf den Rückweg. Die ca. 1,5 Stunden Aufenthalt am Vulkankrater waren wie im Fluge vergangen und wir rissen uns nur schwer von dieser eindrucksvollen Szenerie los. Da wir die meiste Zeit etwas hinter halb des Aufstiegs verbracht hatten, war uns völlig entgangen, wie voll es mittlerweile geworden war. Jeder hatte diese Tour aus eigener Kraft geschafft und jeder sah irgendwie glücklich aus. Aber vielleicht kam es mir auch nur so vor, weil ich so glücklich war und die ganze Zeit vor mich hinlächelte, was bei der Aussicht ja auch kein Wunder war.
Der Rückweg war jedoch sehr beschwerlich, denn wir mussten ja den gleichen Weg zurück. Erst zum Teil steil bergab über unebene Lava, dann sehr lange über die innere Caldera bis zum letzten Aufstieg bei der Formica Leo. Hinzu kam, dass immer noch mehr Menschen rauf als runter gingen und man sich ausweichen musste. Stellenweise war es etwas neblig, da die Wolken schon einen Teil des Weges erobert hatten. Erschwerend kam hinzu, dass Chris total erkältet und bedingt durch den Fotorucksack und das schwere Stativ völlig durchgeschwitzt war. Aber helfen wollte er sich von mir auch nicht lassen. Doch auch den letzten Gegenanstieg zum oberen Kraterrand des "Enclos Fouqué" von ca. 100 Metern schafften wir und gingen zufrieden zum Parkplatz vor. Was für ein Tag und was für ein Erlebnis!
Als wir über die Ebene zum Paso de Sables fuhren, sahen wir dahinter eine Wand aus Wolken. Auch rings um uns herum war alles dicht. Nur hier oben über 2000 m Höhe schien noch die Sonne. Das sah echt cool aus. Den ganzen Weg hinab bis nach La Tampon fuhren wir in dichten Wolken. Erst am Meer wurde es wieder besser.
Unterwegs kauften wir noch Sushi und leckere Kuchenteilchen ein und kamen gegen 14.30 Uhr im Kaz Ocean an. Das Sushi war echt lecker, aber die Mandelteilchen danach waren ein absolutes Gedicht. Wir sprangen noch etwas in den Pool und schauten aufs Meer hinab. Wieder einmal genossen wir den herrlichen Sonnenuntergang vom Pool aus.

  • Andrea auf dem Rückweg
  • Lavafelder am Piton de la Fournaise, Reunion
  • Plaine des Sable, Reunion
  • Sonnenuntergang über dem Meer, Reunion

Am Abend wollten wir eigentlich grillen, aber das Gas am Grill war leer. Das war aber gar nicht schlimm, denn eigentlich hatten wir nicht viel Hunger und so brieten wir den einen Fisch in der Pfanne und ließen den Thunfisch im Kühlschrank. Chris schrieb Yves eine Mail und gleich am nächsten Morgen wurde die Gasflasche getauscht.
Nach dem langen, erlebnisreichen Tag gingen wir todmüde ins Bett und schliefen auch gleich ein.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

Mittwoch, 04.10.2017

Man könnte fast sagen, dass wir an diesem Tag ausschliefen, denn wir frühstückten erst um 6.00 Uhr auf unserer Terrasse. Die Sonne schien und die Vögel zwitscherten. Fast keine Wolke war am Himmel. Schon um 7.00 Uhr waren wir unterwegs zum Trou de Fer. Bei diesem Wetter musste es einfach klappen! War es letztens viel zu schlecht, hatten wir an diesem Tag fast Bedenken, ob es vielleicht zu schön sei. Um ca. 9.00 Uhr waren wir am fast vollen Parkplatz. Die Fahrt war sehr verkehrsreich und kurvig gewesen, so dass wir nur langsam vorwärts gekommen sind. Vielleicht hätten wir doch eher losfahren sollen… Das würden wir uns an diesem Tag noch mehrmals wünschen! Frohen Mutes sprangen wir in unsere Wanderschuhe und los ging es. Der Weg bis zur Hütte Gîte de Bélouve war recht schön und wenig anstrengend. Danach führte uns der Sentier du Trou de Fer über viele Stufen bergab durch den dichten Regenwald, vorbei an wild wachsenden Tamarindenbäumen und vielen Sträuchern. Teilweise ging es über Holzplanken, die uns vor den schlammigen Urwaldböden schützen sollten und zum Glück anfangs immer dort waren, wo wir sie brauchten. Irgendwann teilte sich der Weg und da wir einen Rundweg machen wollten hielten wir uns links. Außerdem war der Pfad ca. 15 Minuten kürzer angegeben. Am Weg stand zwar ein Zettel, aber leider nur auf Französisch. Da frische Fußspuren in der matschigen Erde waren, machten wir uns keine weiteren Gedanken und wanderten weiter. Anfangs ging der Weg ja noch, aber je weiter wir ihm folgten, desto schlammiger und rutschiger wurde er. Ständig waren die Planken kaputt und wir mussten über glitschige Wurzeln und Steine balancieren. Ab und zu war der Boden so aufgeweicht, dass es zu einer Herausforderung wurde, im Matsch nicht stecken zu bleiben. Schon bald sahen wir ziemlich verdreckt aus, denn der Matsch landete unweigerlich an unseren Schuhen und spritzte uns bis an die Knie. Zum Glück kamen auch immer wieder ein paar trockene Abschnitte, die uns hoffen ließen, aber meistens dauerten sie nicht lange. Ab und zu kamen uns ein paar Wanderer entgegen, also war der Weg begehbar. Aber auch sie sahen total verdreckt aus. Zum Zurückgehen war es eh schon zu spät, denn wir waren viel zu weit vorwärts gekommen, also kämpften wir uns durch den Schlamm. Besonders heftig war noch einmal ein steiler Abstieg über Baumwurzeln, aber dann war es fast vollbracht.

  • Wanderung zum Trou de Fer, Reunion
  • Ziemlich unwegsam der Weg zum Trou de Fer, Reunion
  • ziemlich schlammig hier
  • Wanderung zum Trou de Fer, Reunion

Völlig erleichtert erreichten wir den anderen Weg. Auch hier kamen uns Leute entgegen, aber im Gegensatz zu uns sahen sie sauber aus. Okay, das wird unser Rückweg werden, denn diesem Weg würde ich nur im äußersten Notfall wieder zurückgehen. Über einen Holzbohlenweg und vielen Treppen ging es steil bergab zur Aussichtsplattform des Trou de Fer. Noch ein kleines Stück, dann erreichen wir die Plattform, von wo aus man einen fabelhaften Blick in die Schlucht mit den tollen Wasserfällen hat. Wir konnten die Fälle schon rauschen hören. Nach den Strapazen des Weges freuten wir uns wie wild auf die Belohnung. Doch was war das?! Dichte Wolken türmten sich bis zur Plattform und darüber hinaus auf und blockierten die Sicht. Das konnte doch nicht wahr sein!!! Wir waren fassungslos. Wo kamen die bloß her, denn während der ganzen Wanderung hatten wir Sonnenschein und blauen Himmel. Wieder war alles umsonst und ein drittes Mal würden wir es auf dieser Reise wohl nicht mehr schaffen. Wir warteten zusammen mit etlichen anderen Touristen auf ein Wunder, aber nichts geschah. Was wir leider nicht wussten, aber vor Ort von einer Touristin hörten, war nämlich folgendes: Ab spätestens 9.30 - 10.00 Uhr erobern auch hier die Wolken die Schlucht und man sieht gar nichts mehr. Mist, das hatten wir nirgends gelesen und leider stand davon auch nichts im Wanderführer. Damit erübrigte sich ein weiteres Warten, denn es wurde nach der schweißtreibenden Wanderung inmitten der Wolkensuppe ganz schön kühl, zumal auch noch ein eisiger Wind durch die Schlucht bis zur Plattform pfiff. Leicht enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg und blieben natürlich ohne zu zögern auf dem anderen Weg. Je weiter wir uns von der Schlucht entfernten, desto schöner wurde das Wetter. Fast der ganze Weg war gut und führte anfangs über Holzplanken. Später ging der Weg zwar in Schotter über, aber blieb bis auf ein paar kleine Stellen trocken, so dass wir wohlbehalten am Auto ankamen. Dieser Pfad vorbei am Sumpfgebiet des Grand Mare gefiel uns deutlich besser. Wobei der andere kürzere Weg bei Trockenheit auch sehr abwechslungsreich wäre. Bei nassem schlammigem Wetter, war er jedoch die deutlich schlechtere Wahl.

  • Leider 0 Sicht
  • Der Rückweg war dann deutlich besser
  • Rückweg vom Trou de Fer, Reunion
  • fast geschafft

Mittlerweile hatten wir ganz schön Hunger und Chris wollte unbedingt Samoas essen, also fuhren wir zum nächsten Leclerc Supermarkt, wo es natürlich keine frischen Samoas gab. Wir schauten uns noch kurz auf dem Parkplatz des Marktes um und entdeckten einen - tatatataaa - Samoastand, der sich pries, die besten Samoas von Réunion zu haben. Da unsere Französischkenntnisse nicht sehr weit reichten, nahm Chris einfach eine Auswahl, der köstlichen kleinen Teigtaschen mit. Wir ließen sie uns unterwegs schmecken und waren begeistert von den Gewürzen und dem Geschmack.
Am Anse des Cascades in der Nähe des Ortes Piton Sainte-Rose machen wir einen Stopp. Hier fallen einige Wasserfälle von den Steilwänden in die Bucht am Meer. Es wuchsen viele Palmen auf einer großen Wiese und luden bei schönstem Wetter zum Picknick ein. Wir schauten uns alles an und liefen auf dem Sentier des Pêcheurs (Pfad der Fischer) ein wenig die Küste entlang. Hier ging es wieder über unebenes Lavagestein aus dem Schraubenbäume wuchsen und etwas Schatten spendeten. Die Küste war wild und Wellen rauschten ungebremst an Land. Ein toller Anblick, aber für heute waren wir genug gewandert, also drehten wir um und gingen zum Auto zurück. Wir fuhren die tolle Straße entlang der Lavafelder, wo man das unterschiedliche Alter der Lava anhand des Bewuchses sehen konnte. Leider hatte sich die Sonne hinter dichten Wolken versteckt, aber es war trotzdem ein toller Anblick.
Weiter führte uns unser Weg vorbei an unendlichen Zuckerrohrfeldern. Über der Insel hatten sich wieder dicke Wolken aufgetürmt. Wir machten noch einen Stopp an der Südküste, wo wieder riesige Wellen ungebremst an die Küste prallten. Manchmal war die Gischt so stark, dass auf den Wellen ein Regenbogen erschien.

  • Anse des Cascades, Ostküste, Reunion
  • Lavafelder des Vulkans Piton de la Fournaise, Reunion
  • Chris im Lavafeld
  • Lavafelder des Vulkans Piton de la Fournaise, Reunion
  • Lavafelder des Vulkans Piton de la Fournaise, Reunion
  • Zuckerrohrfelder, Reunion
  • Zuckerrohrfelder, Reunion
  • Südküste, Reunion

Auf unserem weiteren Weg lag auch noch der Wasserfall „Cascade de Grand Galet“. Dazu fuhren wir auf einer kurvenreichen Straße in die Berge hinein. Uns begleitete der Fluss „Riviére Langevin“, der auch den Wasserfall speist. Hinter einer Kurve lag dann der Wasserfall wunderschön in die Bergwelt eingebettet. Begeistert machten wir einige Aufnahmen.
Dann wurde es aber Zeit, denn wir wollten den Sonnenuntergang am Strand von Saint-Leu verbringen. Gerade noch rechtzeitig kamen wir am Blowhole etwas außerhalb von Saint-Leu an. Chris lief zum Blowhole, aus dem auch an diesem Tag meterhoch die Gischt aufstieg und ich ging nach links an der rauen Küste entlang, um ein paar andere Aufnahmen zu machen. An einigen Stellen krachten die Wellen voller Kraft meterhoch an die Küste, aber leider war es zu weit entfernt, als dass ich es noch schaffen könnte, denn die Sonne war nur noch wenig vom Horizont entfernt. Darum setzte ich mich an einer kleinen Bucht auf die Felsen und beobachtete die Wellen, die kraftvoll gegen die steinige Küste schlugen, während die Sonne unaufhaltsam dem Horizont entgegen sank. Weiter vorne sah ich immer wieder die Gischt aus dem Loch hochspritzen. Die Wellen leuchteten schon richtig orange im Gegenlicht. Aus einem Mini Blow Hole zischte es gewaltig und Mini-Fontänen schossen in die Höhe. Viel zu schnell verschwand die Sonne in den Wolken und ich machte mich auf dem Rückweg und schaute noch etwas dem Blowhole zu.
Zurück im Kaz Ocean grillten wir unseren Thunfisch am Pool und gingen schon bald darauf ins Bett.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

  • Cascade de Grand Galet, Reunion
  • Felsküste bei Souffleur, Reunion
  • Sonnenuntergang an der Westküste, Reunion
  • Sonnenuntergang an der Westküste, Reunion

Donnerstag, 05.10.2017

Auch an diesem Morgen klingelte unser Wecker schon um 4.30 Uhr. Schnell füllten wir unsere Kaffeebecher und schon waren wir unterwegs. An diesem Morgen wollten wir ins Bergstädtchen Cilaos, das im Talkessel Cirque de Cilaos im Zentrum der Insel, auf der Südseite des Massif du Piton des Neiges (3070 m) liegt.
Das Wetter war zwar nicht so optimal, denn es hatte viele Wolken, die recht tief hingen und schon am Morgen bis zum Meer reichten, doch wir wollten unbedingt die RN5 fahren, die als kurven- und tunnelreich bekannt ist. Die Straße wurde 1938 eröffnet, sie führt durch eine gut 30 km lange Bergschlucht (Bras de Cilaos) und besteht aus 420 Kurven und Kehren. So ging es durch dichte Wolken mit stellenweise fast keiner Sicht. Wir schraubten uns in Serpentinen in die Höhe und Chris musste oft ganz schön am Lenkrad kurbeln. Zum Glück waren wir ja hier auf Réunion schon einiges gewohnt und hatten auch auf den einspurigen Stücken keine Hemmung zu Hupen, denn das hatten wir schon in Peru hinter uns gelassen…. So früh am Morgen war uns jedoch das Glück hold und niemand kam uns entgegen. Auch die drei Tunnel waren wirklich interessant, denn wir passten zwar gut hindurch, aber die LKWs und Busse mussten schon etwas den Bauch einziehen. Je höher wir kamen, desto dünner wurden die Wolken. Ab und zu war sogar blauer Himmel zu erkennen und ein erstes Licht fiel auf die Bergspitzen. Irgendwann waren wir dann über den Wolken im schönsten Sonnenschein. Wir kamen durch hübsche Bergdörfer. Rings um uns herum waren die Gipfel der hohen Berge an denen Wolkenfetzen hingen. Ein wirklich zauberhafter Anblick. An einer besonders schönen Aussicht lenkte Chris den Duster auf eine kleine Hauseinfahrt an den Straßenrand und wir machten ein paar Bilder und betrachteten verzückt die wunderbare Berglandschaft um uns herum. Als wir weiterfahren wollten, fuhr Chris etwas vor, als es auf einmal krachte und wir total schief standen. Irritiert verließen wir das Auto. Was war denn das? Ach nein, das konnte doch nicht wahr sein. Durch das meterhohe Gestrüpp am Straßenrand hatten wir nicht gesehen, dass es hier tief in einen Graben hinab ging und so hing unser Auto mit einem Reifen in dem Graben und hinten mit einem Reifen in der Luft. Oh je, was sollen wir denn jetzt machen, fragten wir uns. Natürlich sprachen wir noch immer kein Wort Französisch… Wimg src="/render/w320-c3:2/filepath/ährend wir noch überlegten, hielt ein Auto und ein sehr hilfsbereites Paar stieg aus. Mit Händen und Füßen konnten wir uns etwas verständigen und der Mann deutete uns, dass wir warten sollen. Er rief etwas nach unten in das Tal und kam kurz darauf mit einem weiteren Mann zurück. Jetzt versuchten sie das Auto vorne hoch zu heben, was nicht gelang, aber dann hatten sie die Idee, sich hinten auf das Auto zu stellen und Chris sollte rückwärtsfahren. Das klappte und wie durch ein Wunder war unser Auto wieder frei und es war gar nichts passiert. Nicht einmal ein kleiner Kratzer war zu sehen. Sehr erleichtert bedanken wir uns bei den freiwilligen Helfern, die genauso strahlten wie wir und machten uns wieder auf den Weg.
Nach dem Schock brauchten wir erst einmal Zucker und so holten wir uns in Cilaos frische Kuchenteilchen.

  • Cirque de Cilaos
  • Parken am Straßenrand kann auch schief gehen
  • mit vereinten Kräften ist alles kein Problem
  • Cilaos, Reunion

Dann stellten wir uns auf den Parkplatz nahe der Kath. Kirche L’église Notre-Dame-des-Neiges. Hier verspeisten wir unsere Teilchen und tranken Kaffee. Chris ließ den Kopter fliegen, denn noch immer war die Berglandschaft mit den Wolkenfetzten wunderschön anzuschauen und von oben sah man erst so richtig die Schönheit der Bergwelt.
Danach schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns auf den Weg zum La Cascade de Bras Rouge, einem schönen Wasserfall. Es ging in Kurven stetig bergab durch eine beeindruckende Landschaft. Wir kamen uns fast so vor, als ob wir durch einen Botanischen Garten laufen würden.
Kurz vor der alten Therme sahen wir noch einen kleinen Schrein, der sehr gepflegt war.

  • Cirque de Cilaos, Piton des Neiges und Gros Morne, Reunion, Aerial view
  • Cilaos, Reunion
  • Paroisse Notre Dame des Neiges, Cilaos, Reunion
  • Kleiner Altar am Wegesrand

An der Straße D242 hielten wir uns links bis zu dem kleinen Einstieg kurz hinter der Brücke, wo es links hinab ging. Mist, hier wäre auch ein kleiner Parkplatz gewesen…. Wieder traten wir in eine wunderschöne Regenwaldlandschaft ein. Die Pflanzen waren noch feucht und überall tröpfelte es. Stetig ging es steil bergab und mir graute schon vor dem Rückweg. Dann nieselte es auch noch und der Weg wurde ziemlich rutschig. Zum Glück hatte ich meine Stöcke mitgenommen. Trotz der tiefen Wolken waren die Ausblicke einfach nur toll.
Unten angekommen standen wir an der Abbruchkante des Wasserfalls. Leider konnten wir kaum etwas von dem stattlichen Wasserfall sehen, denn die Steine waren rutschig und somit hielten wir uns von der Kante fern. Doch wir hatten ja den Kopter dabei und Chris machte ein paar tolle Bilder. So konnten wir und auch die anderen Wanderer, die sich hier eingefunden hatten, den Wasserfall und die schöne Schlucht aus sicherem Abstand betrachten.
Eigentlich würde der Weg hier durch den Zulauf zum Bras Rouge weiter gehen, aber unser Ziel war aus Zeitgründen nur der Wasserfall. Also wendeten wir und begaben uns auf den schweißtreibenden Rückweg. Steil und rutschig ging es bergauf. Die Regenwolken hatten sich verzogen und die Sonne brannte gnadenlos vom Himmel, so dass wir sehr froh waren, dass der Weg größtenteils schattig war.
Tropfnass, aber zufrieden kamen nach gut 2,5 Stunden an unserem Auto an.

  • Chris auf dem Weg zu den Cascade de Bras Rouge, Reunion
  • Leider sieht man nicht sehr viel von den Cascade de Bras Rouge, Reunion
  • Cascade de Bras Rouge, Reunion, Aerial view
  • Und schon geht es wieder zurück

Wir fuhren zur D242, auf der wir gerade noch ein Stück gewandert waren und schauten uns die traumhaften Ausblicke entlang der Straße an. Von hier aus hatten wir immer wieder eine tolle Sicht auf Cilaos, das auf einem Bergplateau liegt und von Bergen umgeben ist. Alles war so grün und Wasserfälle flossen die Hänge hinab.
Wir fuhren auch noch bis zum Parkplatz, von dem aus man den Piton des Neiges besteigen kann, auch hier parkten viele Autos. Das wäre sicher auch eine tolle Tour, aber dann hätten wir auf der üblen Berghütte übernachten müssen und dafür hatten wir leider keine Zeit.
Dafür fanden wir noch einen anderen schönen Aussichtspunkt. Hierher wurden auch die ganzen Touristen gebracht. Von einem kleinen Parkplatz aus ging man eine Leiter nach oben und auf einer Aussichtsplattform hatten wir einen herrlichen Rundumblick.

  • Aussicht auf Cilaos, Reunion
  • Gros Morne, Cilaos, Reunion
  • Cilaos, Reunion
  • Cilaos, Reunion

Bei schönstem Wetter machten wir uns auf den Rückweg. Die Straße mit ihren zahlreichen Kurven fuhr sich wieder klasse. Nur kurzfristig war unser Fahrgenuss gestört, als eine Fahrschülerin mit ca. 10 km/h vor uns herfuhr. Zum Glück gab es schon bald eine Möglichkeit zum Überholen und weiter ging das Vergnügen.
Wir fuhren für eine kurze Mittagspause zurück ins Kaz Ocean. Dafür hatten wir uns von unserem Supermarkt eine Auswahl an frischen Samosa mitgenommen. Yves überraschte uns mit einer kleinen Rumverkostung seines selbst hergestellten Rum-Likörs, der super schmeckte.
Das Wetter hatte sich mittlerweile eingetrübt und es war grau in grau. Da hatte Chris die geniale Idee, dass wir noch einmal auf den Maido fahren, in der Hoffnung über die Wolkengrenze zu kommen. Laut seinem Wetterbericht sollte es am Nachmittag aufklaren. Da war ich sofort dabei, denn der Maido übte auf mich ja schon beim ersten Besuch einen besonderen Reiz aus. Diesmal war unser Tank voll und wir fuhren frohen Mutes los. Um ca. 16.00 Uhr kamen wir bei schönstem Sonnenschein auf dem Gipfel an.
Am oberen Aussichtspunkt standen auch nur ein paar Autos. Damit hatte wohl fast niemand gerechnet. Wir gingen an die Abbruchkante und schauten auf ein Wolkenmeer. Wie schön war das denn!!! Dahinter die Gipfel der Berge und eine endlose Bewegung in den Wolken, die mal auf und mal abstiegen. Manchmal konnten wir die Dörfer im Tal erkennen, nur für Sekunden, dann waren sie wieder in den Wolken verschwunden. Geräusche drangen zu uns hoch. Es war sogar richtig warm in der Sonne, so dass wir kurzärmlig hier oben standen, während weiter unten alles in Wolken gehüllt war.

  • frische Samosas
  • Aussichtspunkt am     Piton Maido, Reunion
  • Aussicht auf den Cirque de Mafate, Piton Maido, Reunion
  • Aussicht vom Piton Maido, Reunion

Chris ließ wieder den Kopter fliegen und mit einer Kamera machten wir Timelapse Aufnahmen. Es war einfach nur perfekt. Das Licht wurde immer schöner und wir verbrachten hier den Sonnenuntergang und den Mondaufgang, der langsam hinter den Bergen über dem Tal emporstieg. Auf der anderen Seite ging golden die Sonne in den Wolken unter und beleuchtete den Ginster und die Büsche auf den Felsen vor uns. Was für ein fantastischer Anblick.
Als der Erdschatten sich langsam in ein tiefes Blau verwandelte und der Mond immer höher stieg, lösten wir uns von dem traumhaften Anblick, denn mittlerweile war es auch empfindlich kalt geworden.
Auf dem Rückweg hielten wir noch an einem tollen Picknickpavillon mit Aussicht auf das Meer und die Küste, die aber ebenfalls unter einer Wolkendecke lagen und machten ein paar Aufnahmen von der Dämmerung, die orange zu uns hoch leuchtete.

  • Piton Maido, Reunion, Aerial view
  • Piton Maido, Reunion, Aerial view
  • wir sind auch mal im Bild
  • Aussicht auf den Cirque de Mafate, Piton Maido, Reunion
  • Aussicht auf den Cirque de Mafate, Piton Maido, Reunion
  • Sonnenuntergang am Piton Maido, Reunion
  • Mondaufgang über dem Cirque de Mafate, Piton Maido, Reunion
  • Picknickplatz auf dem Weg zum Piton Maido, Reunion

Nach dem Sonnenuntergang fuhren wir bis ans Meer hinab, denn wir hatten im Restaurant Sarah Beach in Saint-Leu direkt am Meer einen Tisch reserviert. Hier war es gar nicht so leicht einen Parkplatz zu finden. Das Restaurant war sehr voll. Wir bekamen einen Platz direkt am Meer – eigentlich schön, aber es wehte ein sehr kühler Wind. Leider war die Speisekarte auch nur auf Französisch, aber dank Handy und Übersetzer kamen wir zurecht. Wir bestellten die Spezialität Fischtatar mit Pommes und Papaya Salat sowie eine Shrimp und Sushi Platte. Alles schmeckte ganz hervorragend.
Um 21.30 Uhr machten wir uns leicht durchgefroren auf den Rückweg zu unserem Apartment. Chris war noch immer erkältet und mich hatte es jetzt auch erwischt. So gingen wir nach diesem perfekten Tag schnell ins Bett.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

Freitag, 06.10.2017

Wieder warf uns unser Wecker um 3.30 Uhr raus, denn wir wollten noch einmal den Sonnenaufgang am Vulkan erleben. So machten wir uns mit Kaffee bewaffnet auf den Weg. Doch die Erkältung hatte mich fest im Griff und so verschlief ich die Autobahnfahrt bis La Tampon. Als dann die Kurven begannen, war ich wach und trank meinen heißen Kaffee.
Wie immer ging es in vielen Serpentinen hoch hinaus. Je näher wir dem Vulkan kamen, desto wolkiger wurde es. Komisch, denn eigentlich waren perfekte Bedingungen angesagt. Als wir an der äußeren Caldera ankamen, lag sie zum Glück wolkenlos vor uns.
Wir parkten wieder auf dem Parkplatz, schnappten unsere Kameras und gingen zur inneren Caldera vor. Sie lag ebenfalls fast wolkenfrei vor uns, nur der Vulkan war unter den Wolken versteckt und sie türmten sich sehr hoch vor der Caldera auf. Das sah wirklich beeindruckend aus. Der Nebel zog immer wieder zu uns rein und weiter die Abbruchkante der Caldera hoch, so dass wir manchmal total im Wolkenmeer standen. Kurz darauf lichtete sich der Nebel wieder und gab den Blick auf die Lava frei.
Hinter uns versank der Vollmond im Erdschatten, so dass wir manchmal gar nicht wussten, wohin wir schauen sollten. Es war fantastisch und viel schöner, als wir zu hoffen gewagt hatten.
Als die Sonne aufging, hofften wir, dass sie den Nebel vertreibt, aber sie musste hart kämpfen. Immer wieder schoben sich Wolken vor sie, doch irgendwann war sie hoch genug und beleuchtete die Flächen vor uns. Wieder waren wir durchgefroren und ich zitterte im kühlen Wind. Früh morgens hatte es nur 1°C. Ich hatte zwar alle Jacken und Pullis an, aber wir standen einfach zu lange, ohne uns zu bewegen. Doch zum Glück wärmte uns bald die Sonne.
Besonders schön war es, als der Nebel die 100 Meter hohe Wand der Caldera hochfloss und sich über den Rand bewegte. Doch die Kraft der Sonne, vertrieb die Wolken und auf einmal war sogar der Vulkan frei. Der Wetterbericht hatte Recht behalten, es wurde ein perfekter Tag zur Besteigung. Doch nicht für uns, einmal im Urlaub war genug. Ich war einfach zu krank und auch Chris war noch nicht wieder fit. So begnügten wir uns mit der wunderbaren Aussicht.

  • Pas de Bellecombe, Reunion
  • Sonnenaufgang am Piton de la Fournaise, Reunion
  • Sonnenaufgang am Piton de la Fournaise, Reunion
  • Chris ist begeistert
  • Sonnenaufgang am Piton de la Fournaise, Reunion
  • Sonnenaufgang am Pas de Bellecombe, Reunion
  • Sonnenaufgang am Piton de la Fournaise, Reunion
  • Sonnenaufgang am Pas de Bellecombe, Reunion

Oben auf dem Pass hielten wir an und frühstückten bei herrlichster Aussicht und Sonnenschein. Leider war der Wind an der Abbruchkante dermaßen eisig, dass wir es vorzogen im Auto zu bleiben.
Danach fuhren wir zu einem kleinen Parkplatz und machten eine kleine Wanderung bis zur Abbruchkante vor. Von hier aus konnten wir auch in zwei Richtungen schauen. Auf der einen Seite türmten sich die Wolken, nur hier oben auf dem Hochplateau war es dank des Windes wolkenfrei und richtig schön.

  • Serpentinene führen hinab zu der Plaine des Sable, Reunion
  • Aussicht auf die Plaine des Sable, Reunion
  • Aussicht auf die Plaine des Sable, Reunion
  • Plaine des Sables und La Plaine des Rempart, Reunion

Auch auf dem Rückweg auf der "Route du Volcan" hielten wir immer wieder und genossen die Aussicht. Weiter vorne am Cratère Commerson, dem älteren Krater, der direkt an der Zufahrtsstraße liegt, machten wir einen weiteren Stopp und wanderten zum Kraterrand und der Abbruchkante vor. Von hier aus hatte man eine tolle Aussicht über die Landschaft unter uns bis zum Meer vor. Aber an diesem Tag waren hier dichte Wolken und blockierten die Sicht. Es sah einfach toll aus. Im Hintergrund die Berge mit dem Piton des Neiges und davor ein Meer aus Wolken.
Chris kletterte etwas auf den Felsen herum, um eine noch bessere Sicht auf die Landschaft vor ihm zu bekommen und bemerkte dabei gar nicht, dass er in eine menschliche Hinterlassenschaft tappte, bis ihm ein durchdringender Geruch in die Nase stieg. Ich hörte ihn fluchen und komisch hin und her springen, was urkomisch aussah. Normalerweise bin ich ja der Held für solche Missgeschicke, wenn ich da noch an Alaska und dem Denali Highway denke, wo ich auf der Brücke zielgerecht in einen Hundehaufen gelaufen bin, aber diesmal hatte es ihn erwischt. Er musste trotzdem noch für das eine oder andere Bild herhalten und durfte sich dann der Säuberung seines Schuhes widmen. Zum Glück war nichts hängen geblieben…. Es ist jedoch schon unglaublich, wo und wie sich die Menschen verewigen müssen. Das war wirklich der allerletzte Felsen, der gar nicht so leicht zu erreichen war und die schönste Aussicht hatte. Da konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Immer wieder hielten wir am Straßenrand, denn solange wir auf dem Hochplateau waren, fuhren wir im schönsten Sonnenschein.

  • La Plaine des Rempart, Reunion
  • Krater Le Cratère Commerson, Reunion
  • Aussicht auf  La Rivière des Remparts und Piton des Neiges, Reunion
  • Krater Le Cratère Commerson, Reunion
  • Aussicht auf  La Rivière des Remparts und Piton des Neiges, Reunion
  • Aussicht auf  La Rivière des Remparts und Piton des Neiges, Reunion
  • Chris genießt die Aussicht
  • Entlang der Route der Vulkane, Reunion

Je tiefer wir kamen, desto dichter wurden die Wolken und leider blieb es so fast den gesamten restlichen Tag.
Zurück in unserem Apartment verspeisten wir zum Mittagessen unseren leckeren Trüffelkäse, der wie immer ein Genuss war. Danach ruhten wir uns etwas aus und fuhren zum späten Nachmittag nach Saint-Gilles, wo wir an der schönen Strandpromenade den Sonnenuntergang verlebten. Ein paar fotogene Steine lagen hier im Wasser. Das Meer war sanftmütig und die Sonne schien.
Am Abend grillten wir Fischsteaks und ganze Shrimps, was sehr lecker war. Auch an diesem Tag gingen wir wieder früh ins Bett, denn mittlerweile konnte ich gar nicht mehr reden und brauchte dringend Schlaf.

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

  • Entlang der Route der Vulkane, Reunion
  • Entlang der Route der Vulkane, Reunion
  • Jetzt gibt es erstmal leckere Brotzeit
  • Sonnenuntergang am Meer

Samstag, 07.10.2017

Wieder standen wir sehr früh auf, denn mein Herzenswunsch war es, noch einmal den Sonnenaufgang auf dem Maido zu erleben. Im Dunkeln kämpften wir uns wieder die Serpentinen hoch. Immer wieder sahen wir die Reflektion der Augen wilder Hunde im Scheinwerferlicht. Einen sehr hübschen schwarz-weißen Hund hatten wir auch bei letzten Mal an der gleichen Stelle gesehen. Wir vermuteten, dass die Hunde hier in der Nähe der Picknickplätze leben und sich zum Teil von den Resten ernähren.
Diesmal waren wir fast ganz alleine auf dem oberen Parkplatz. Wir liefen auf den höchsten Punkt und machten es uns auf den Felsen bequem. Leider lagen fast keine Wolken im Tal. Mit der Dämmerung drangen wieder Geräusche von unten nach oben. Ein Hund bellte und Hähne krähten. Die Stimmung war wie immer einfach unbeschreiblich schön. Dann wurde es langsam orange und die Dämmerung brach über uns herein. Leichter Dunst lag im Tal und mit den ersten Sonnenstrahlen bildeten sich leichte Beams, was sehr schön aussah. Wieder war es mit gerade einmal 2 °C empfindlich kalt an diesem Morgen, aber wir waren zum Glück sehr warm angezogen und hatten ja unseren heißen Kaffee dabei. Wir blieben bis ca. 7.30 Uhr und genossen das erste Licht des Tages, ehe wir uns auf den Rückweg machten.

  • Aussicht vom Vulkan Maido (Piton Maïdo) auf den Cirque de Mafate, Gros Morne (3013m) und Piton des Neiges (3070m) kurz vor Sonnenaufgang, Reunion
  • Aussicht vom Vulkan Maido (Piton Maïdo) auf den Cirque de Mafate, Gros Morne (3013m) und Piton des Neiges (3070m) zum Sonnenaufgang, Reunion
  • Wow, was für ein Erlebnis
  • Aussicht vom Vulkan Maido (Piton Maïdo) auf den Cirque de Mafate, Gros Morne (3013m) und Piton des Neiges (3070m) zum Sonnenaufgang, Reunion

Wir besuchten noch einmal die schönen Strände in der Nähe von Saint-Gilles, wo wir bei 25 °C auf das Meer schauten. Ich lief barfuß im Wasser herum und Chris ließ den Kopter fliegen. Die Küste sah aus der Luft wirklich beeindruckend aus.
Wir stoppten noch kurz am Cap la Houssaye, doch an diesem Tag war das Meer ruhig und keine großen Wellen brachen sich an den Felsen. Leider trübte es immer mehr ein. In Saint-Leu kauften wir uns frisches Baguette und ein paar leckere Teilchen für den Nachmittag, dann fuhren wir zurück ins Kaz Ocean, wo wir zu Mittag aßen.
Danach packte ich unser Zeug zusammen, was gar nicht so einfach war, denn unsere Taschen waren mal wieder etwas zu voll.

  • Cap la Houssaye, Reunion
  • Plage de Boucan Canot, Aerial view, Reunion
  • Plage de Boucan Canot, Aerial view, Reunion
  • La Plage des Aigrettes und Plage Cap Homard, Aerial view, Reunion
  • Plage de Boucan Canot, Aerial view, Reunion
  • La Plage des Aigrettes und Plage Cap Homard, Aerial view, Reunion
  • Trois Bassins, Reunion
  • Trois Bassins, Reunion

Da es sich immer mehr einregnete, meinte Chris, lass uns noch einmal auf den Maido fahren. Da traf er bei mir genau ins Schwarze, denn die Wolken hingen tief und es würde sicher an diesem Tag nicht mehr aufreißen. Tja, und wie ich ja schon bemerkt hatte, war der Maido zu einem Herzensplatz von mir geworden.
Wir fuhren los mit gut 230 km Reichweite im Tank. Als wir bergauf fuhren sank die Nadel auf 170 km, dann weiter auf 60 Km, um Sekunden später auf Reserve zu fallen. Das konnte doch nicht wahr sein!!! Es kam mir wie ein Déjà-vu vor. Hatten wir das nicht gerade erst?! Natürlich brachen wir ab. Ich war sowas von enttäuscht. Unser Navi wollte uns wieder bis nach ganz unten ans Meer leiten. Da auch unser Auto ein Navi hatte, aktivierten wir dieses und siehe da in ca. 10 Kilometern war eine Tankstelle. Wieder bangten wir, ob wir es schaffen würden oder nicht und auch diesmal kamen wir gut an der Tankstelle an und konnten unseren Wagen mit dem lebensrettenden Nass versorgen. Zum Glück hatten wir nur 20 Minuten verloren und machten uns erneut auf den Weg nach oben.
Steil ging es bergauf mitten durch die Wolken, die immer dichter wurden. Jetzt mussten wir sehr vorsichtig sein, denn wir sahen kaum etwas im dichten Wolken- und Nieselnebel. Zum Glück kam uns nur sehr selten ein Auto entgegen. Es wurde einfach nicht besser. Auch bei 1.700 m waren wir noch inmitten der Nebelsuppe. So ging es ca. 10 Minuten dahin. Dann führte der Weg uns wieder weiter den Berg hinauf. Auf den letzten 6 km ging es noch einmal 500 Meter in die Höhe – unsere ganze Hoffnung. Aber es wurde eng, denn die Wolken verhüllten uns noch immer die Sicht. Dann sahen wir ein Fitzelchen blauen Himmel und die Wolken wurden dünner. Noch ein paar Höhenmeter und wir waren raus aus den Wolken. Vor Begeisterung grinsten wir dümmlich vor uns hin und konnten unser Glück kaum fassen. Hier war schönster Sonnenschein, während es unter uns fast überall nieselte. Unglaublich! Wir genossen die Fahrt bis auf den Gipfel. Rings um uns herum Wolken, es war einfach unglaublich. Nur im Mafate Tal waren fast keine Wolken. Witzig, wie das Wetter hier seine Possen trieb.
Wir saßen kurzärmlig in der Sonne, tranken Kaffee und verspeisten unsere leckeren Kuchenteilchen. Was für ein schöner Nachmittag!
Als die Sonne sich langsam dem Horizont näherte, fuhren wir den Berg ein Stück hinab zu unserer Lieblingspicknicksite, die hocherhaben über der Küste thront. Unter uns türmten sich noch immer die Wolken über dem Meer und der Landschaft auf. Es sah wie ein Meer aus Watte aus. Langsam tauchte die Sonne in die Wolken ein und ging goldglänzend unter. Wir warteten noch den Erdschatten ab und den Beginn der blauen Stunde. Die Wolken hatten sich etwas gelichtet und ab und zu blitzten die Lichter der Orte zu uns hinauf. Ich glaube, wir wären noch ewig geblieben und hätten diesen Anblick genossen, wenn es nicht so empfindlich kalt geworden wäre. So zogen wir uns schon bald ins Auto zurück und warfen die Heizung an.

  • Fahrt durch Wolken
  • Die Wolken lichten sich und blauer Himmel erwartet uns
  • Chris an seinem Lieblingsplatz
  • Aussicht vom Vulkan Maido (Piton Maïdo) auf den Cirque de Mafate, Gros Morne (3013m) und Piton des Neiges (3070m), Reunion
  • Blick auf das Wolkenmeer
  • Fahrt über den Wolken
  • Abenddämmerung über den Wolken
  • Gemeinsam genießen wir den Augenblick

Überglücklich und hoch zufrieden fuhren wir langsam zurück zu unserer Unterkunft. Zum Glück hatte sich auch der Nebel auf der Strecke gelöst und die Fahrt war zwar wie immer voller Kurven, aber dafür mit guter Sicht. Ein junger brauner Schlappohrhund lief uns auf einmal vor das Auto und sprintete ängstlich den Berg hinab. Wir versuchten alles, hielten wir an, hielt er auch an, fuhren wir langsam, lief auch er langsam, beschleunigten wir, damit er die Straße verließ, lief er auch immer schneller, doch leider nur den Weg entlang. Er war so nett mit seinen wehenden Ohren, dass ich ihn am liebsten eingepackt und mitgenommen hätte. Zum Glück verließ er dann doch nach ca. einem Kilometer die Straße und rettete sich unter eine kleine Brücke. Wir waren total erleichtert und stellten fest, dass es hier an der Auffahrt zum Maido sehr viele wilde Hunde gab, denn neben unserem schwarz-weißen Hund hatten wir auf der Strecke immer wieder wilde Hunde gesehen. Etwas weiter bergab sahen wir auch noch ein anderes kleines Tier, fast wie ein Igel aber irgendwie ohne Stacheln mit einem Fell und größer. Vielleicht war es ja ein Tenrek (Tenrec ecaudatus), den wir mit wackelnden Popo einem Stummelschwanz am Straßenrand laufen sahen. Wir schauten ihn kurz an und fuhren dann weiter, denn wir wollten den Kleinen nicht stören und schon gar nicht die wilden Hunde auf ihn aufmerksam machen.
Um ca. 20.00 Uhr kamen wir wieder im Kaz Ocean an. Hier grillten wir und packten zu Ende. Gegen 22.00 Uhr fielen wir todmüde in unsere Betten. Meine Stimme war immer noch nicht wieder da, doch ich hoffte, dass der Schlaf half, denn Mauritius verlangte bei der Einreise einen Gesundheitsnachweis….

Unterkunft: Kaz Ocean, Saint-Leu

Sonntag, 08.10.2017

Heute schliefen wir doch wirklich bis 6.15 Uhr aus. Wir frühstückten gemütlich und verspeisten die Reste aus unserem Kühlschrank. Um 8.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Flughafen nach Saint-Denis.
Kurz stoppten wir am Cap la Houssaye, wo man sehr gut tauchen kann. Das Meer war heute ruhig, also beste Tauchbedingungen, was einige Leute auch nutzten.
Die Autorückgabe verlief problemlos. Ein Mitarbeiter warf einen kurzen Blick auf den Wagen, nickte und schon waren wir entlassen. Chris hatte aber am Vortag den Wagen ausgesaugt und grob gereinigt, so dass er sauber war.

  • Abschied vom  Kaz Ocean, Reunion
  • Der Pool ist wirklich toll,  Kaz Ocean, Reunion
  • Ein letzter Blick vom Pool
  • Hier entsteht die neue Küstenautobahn direkt im Meer, Reunion

Natürlich waren wir etwas zu früh dran und mussten bis zum Check in noch eine Stunde warten. Wir nutzten die Zeit und holten uns am Automaten unsere Tickets und Chris besorgte mir noch einen Kaffee. Gegen 10.00 Uhr gingen wir durch die Schleuse. Hier wurde alles genau gecheckt. Wir mussten die ganze Fotoausrüstung einzeln auf das Band legen. Dann noch etwas Wartezeit am Terminal, bis es um 12.00 Uhr ab nach Mauritius ging.
Réunion hatte uns unerwartet gut gefallen. Wir waren noch nirgends so viele Kurven gefahren, aber es hatte bis auf eine Ausnahme total Spaß gemacht. Das Essen war ausgezeichnet und sogar das Brot, das fast auf allen unseren Reisen nicht gut ist, war mindestens so schmackhaft wie in Deutschland. Die Kuchen waren stellenweise besser und der Käse absolut perfekt. Die Landschaft war grandios. Man hatte hier alles vom Meer, wo man aber wegen der gefährlichen Haie nur in ausgewiesenen Buchten und Becken baden sollte, bis zu hohen Bergen und tiefen wilden Schluchten, die man erwandern konnte. Dieses Stück Frankreich im Indischen Ozean hatte unsere Herzen im Sturm erobert und wieder einmal gelobten wir, irgendwann zurückzukommen. Etwas wehmütig saßen wir im Flieger und waren gespannt, wie es uns auf Mauritius gefallen würde.

Nach einem angenehmen Flug mit pünktlicher Landung kamen wir in die Ankunftshalle und trauten unseren Augen kaum, denn hier herrschte das absolute Chaos. Links und rechts waren ca. 40 Schalter zur Einreise, aber natürlich nur knapp die Hälfte besetzt. Davor hatten sich schier endlose Schlangen gebildet und warteten darauf, dass es vorwärts ging. Planlos standen noch etliche Leute in der Mitte der Halle herum, denn nirgends gab es einen Hinweis, wo man sich einreihen sollte. Da es egal schien, wo wir uns anstellten, gingen wir nach links und reihten uns in die ewig lange Menschentraube ein. Nach gut einer Stunde standen wir endlich in erster Reihe. Leider war meine Stimme noch immer verschwunden und ich brachte keinen Ton heraus. Zum Glück hatte ich keinen schlimmen Schnupfen und so lächelte ich freundlich und hoffte, dass niemand das Wort an mich richtete. Dank Chris, der das Reden übernahm, kamen wir ohne Probleme durch die Kontrolle und gaben auch den Gesundheitszettel unbehelligt ab. Jetzt wich die Anspannung aus meinem Körper, denn ich hatte überhaupt keine Lust, wegen einer Erkältung in Quarantäne zu kommen.
Natürlich waren unsere Taschen schon längst da und so konnten wir relativ flott den inneren Bereich verlassen.
Um lange Wartezeiten an der Autoausgabe zu vermeiden, hatten wir unseren Wagen über Mietwagen Mauritius gebucht. Der Fahrer wurde von uns bei Ankunft über SMS informiert und sollte eigentlich schon auf uns warten. Aber er war nirgends zu sehen. Wir sollten zum Ausgang 9 gehen und sahen uns dort um. Glück gehabt, denn nach kurzem Suchen entdeckten wir den Fahrer, der noch weitere Gäste in Empfang nahm. Zusammen gingen wir zum Parkplatz, wo unser kleiner Toyota Vitz schon auf uns wartete. Nach einem ersten Blick auf den Wagen waren wir ziemlich enttäuscht, denn ein altes heruntergewirtschaftetes Auto mit 75000 km, etlichen Dellen und abgefahrenen Reifen stand nicht gerade glänzend vor uns. Der Oberclou war jedoch, dass ein Reifen überhaupt kein Profil mehr hatte. Chris reklamierte sofort und verlangte einen neuen Wagen. Da der Fahrer überhaupt keinen Blick auf die Reifen warf, gingen wir davon aus, dass er es schon wusste. Es gibt kein anderes Auto mehr, denn alle sind vermietet. Aber er wird sich darum kümmern, versprach er. Morgen bekommen wir neue Reifen – zumindest einen…. Damit mussten wir uns zufrieden geben. Aber wir hatten ja Urlaub und waren zum Glück entspannt und gut gelaunt. Also nichts wie los zu unserer Unterkunft. Es war ziemlich ungewohnt, wieder auf der linken Seite zu fahren, zumal wir am Morgen auf Réunion noch rechts gefahren sind. Aber Chris hatte nur die üblichen Probleme, wie beim Blinken den Scheibenwischer einzuschalten, sonst war er sofort „umgepolt“ und fuhr, als ob er nie anders gefahren wäre.
Er brachte uns gut aus dem Flughafengelände und schon waren wir auf den Weg zur Südwestküste von Mauritius. Auf den Straßen ging es ganz schön chaotisch zu und immer wieder kam ein Kreisverkehr, sogar auf der Autobahn. Manchmal recht flott, dann wieder etwas stockend ging es voran. So kamen wir langsam, aber sicher unserer Unterkunft, dem Olana Beachfront Apartment, entgegen, das sich im Ort Rivière Noire an der Küste des Bezirks Black River befindet.
Die Besitzerin begrüßte uns gleich nach der Ankunft und führte uns in die Wohnung. Wieder waren wir total baff, denn trotz der Bilder auf Booking.com hatten wir nicht mit so einer großen, geräumigen Wohnung gerechnet. Sie war liebevoll und sehr gemütlich eingerichtet und mit drei Schlafzimmern definitiv zu groß und trotzdem genau richtig. Hier konnten wir uns wohlfühlen! Wir legten unser Gepäck ab und setzten uns mit der Besitzerin hinaus auf die Terrasse. Sie nahm sich unheimlich viel Zeit und gab uns wertvolle Tipps angefangen vom Einkaufen bis hin zu den Sehenswürdigkeiten. So erfuhren wir auch, dass hier auf Mauritius jeder Strand öffentlich ist und betreten werden darf, egal ob ein Hotel dahinter ist oder nicht.

  • Flughafen Mauritius
  • Unsere neue Unterkunft - Olana Beachfront Apartments, River Noire
  • Wow was für eine Küche - Olana Beachfront Apartments, River Noire
  • Unser Bett für die nächsten Nächte - Olana Beachfront Apartments, River Noire

Leider war es schon nach 16.00 Uhr und Sonntag, so hatte auch der letzte Supermarkt geschlossen.
Wir erkundeten etwas die nähere Umgebung, packten aus und erlebten den Sonnenuntergang am Meer. Das Haus befindet sich am Ende einer kleinen Bucht mit direktem Zugang zum Wasser. Wenn man ein wenig nach rechts am Strand entlanggeht, kann man wunderbar den Sonnenuntergang bewundern, was wir auch taten. Danach schlenderten wir zum Italiener, denn leider hatten auch fast alle Restaurants hier in der Gegend am Sonntag Ruhetag – warum auch immer…
Das Essen war gut und der Preis moderat. Dazu gab es für Chris ein typisches Bier, das Dodo Bier. Begegnet ist es uns schon auf Réunion, denn auch hier gab es den einen Meter großen flugunfähigen Vogel, der eine witzige Mischung aus Vogel und Riesenente war und zum Nationaltier erklärt wurde. Leider ist er schon lange ausgestorben, doch sein Bild ist überall zu finden, besonders als Bierwerbung auf etlichen Hauswänden, aber auch als Schmuck oder Holzfigur und vieles mehr.
Zurück im Apartment saßen wir noch etwas draußen und genossen den warmen Abend, ehe wir uns in unser tolles Schlafzimmer begaben und hervorragend in unserem schönen großen Bett schliefen.

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

Montag, 09.10.2017

Früh morgens fuhr Chris los, denn am Supermarkt konnte er gut zwei Stunden vor Ladenöffnung aus einem Rolltor an einer Rampe frische Semmeln holen und das für einen sehr günstigen Preis. Was für ein Luxus. So hatten wir ofenfrische knusprige Riesensemmeln und Croissants kurz nach 6.00 Uhr morgens auf dem Teller.
Nach dem flotten Nutella-Frühstück beschlossen wir, uns die nähere Umgebung anzuschauen. Als erstes fuhren wir noch etwas weiter in den Südwesten zum Black River George Nationalpark, der 1994 gegründet wurde. In ihm befindet sich auch der 828 Meter hohe Piton de la Rivière Noire, der höchste Berg der Insel, von dem der Name stammt. Hier kann man auf 60 km Wanderwegen die üppige Natur mit ihren zahlreichen Wasserfälle erkunden. In diesem Nationalpark gibt es noch echten Urwald. Auch gefährdete Tiere wie den Mauritius-Falken kann man entdecken, wie auch die schirmförmigen Bäume „Bois de Natte“ und mehr als 3000 Blüten tragende Pflanzen.
Die B 103 auch Plaine de Champagne Road führte uns von Charamel auf zahlreichen Kurven mitten durch den Nationalpark.
Zuerst hielten wir an der Aussichtsplattform Chamarel View Point. Leider gab es keinen richtigen Parkplatz, so dass man mitten in einer Kurve am Straßenrand halten musste, aber so früh am Morgen war hier noch nichts los und wir warfen einen Blick auf die unter uns liegende Küste mit ihrem türkisschimmernden Meer.
Von unserer Vermieterin hatten wir den Tipp bekommen, in das Restaurant Le Chamarel zu fahren, denn dieses Restaurant bietet ebenfalls eine kleine Plattform mit einer wunderbaren Aussicht, doch leider war es noch geschlossen und so fuhren wir weiter. Vorbei ging es an der Rum Destilliere Le Rhumerie De Chamarel, die ebenfalls noch nicht für die Besucher offen war, aber so früh am Morgen stand uns der Sinn auch noch nicht nach einer Rumverkostung.
Den nächsten Stopp machten wir am Gorges Viewpoint. Auch hier waren wir noch alleine und konnten ungestört die Augen über das weite bewaldete Tal bis zur Küste schweifen lassen. Zu unserer Linken blickten wir auf den Piton de la Rivière Noire, und rechts im Schatten hörten wir den Black River Wasserfall, der hier von der Abbruchkante in die Tiefe stürzt. Mit etwas Geschick konnten wir ihn auch sehen, aber dafür mussten wir uns schon ganz schön weit über die Mauer lehnen. Doch wir hatten ja den Kopter dabei und natürlich ließ Chris ihn fliegen. Aus der Luft sah die Landschaft gleich noch beeindruckender aus und auch der Wasserfall war aus dieser Perspektive wunderbar anzuschauen.

  • Black River Gorges Nationalpark vom Gorges Viewpoint, Mauritius
  • Wasserfall am Gorges Viewpoint, Aerial view, Mauritius
  • Gorges Viewpoint, Aerial view, Mauritius

Unser nächster Stopp war an den Alexandra Falls, die uns mit einem riesigen Parkplatz überraschten. Ca. 5 Minuten braucht man zu dem Wasserfall vor, den man über eine Aussichtsplattform sehen kann. So schön die Sicht in den Süden war, so schlecht konnte man jedoch den Wasserfall sehen. Wir gaben daher relativ schnell auf und fuhren weiter in Richtung Grand Bassin. Doch zunächst einmal stoppten wir am Visitor Center des Nationalparks „Le Pétrin“ und Chris erkundigte sich nach einer Karte. Leider hatten sie keine, aber dafür riet ihm der Ranger zu einer leichten Wanderung zum grandiosen Aussichtspunkt Macchabée View Point. Anfangs führte uns der Weg direkt am Zaun entlang, ehe es mitten durch den Wald ging. Schon unterwegs hatten wir immer wieder schöne Ausblicke in das weite Tal und den Black River Wasserfall in der Ferne. Auf einem breiten Pfad wanderten wir durch eine Schneise im Regenwald. Immer wieder trafen wir auf Arbeiter, meist Frauen, die den dichten Bewuchs im Wald etwas ausdünnten. Etwas steiler und anstrengender wurde es, kurz bevor wie den Pavillon und damit den Macchabée View Point erreichten. Von hier aus hatten wir eine tolle Sicht auf die Gipfel des Nationalparks bis hin zu den Stränden der Westküste von Mauritius.
Hier verweilten wir eine geraume Zeit und Chris ließ mal wieder den Kopter fliegen. Die Wanderung war anstrengend, denn es war sehr warm an diesem Tag. So schwitzten wir ganz schön und ließen uns im warmen Wind trocknen. Auf dem Rückweg kamen wir an dem Abzweig zum Mare aux Joncs Wasserfall vorbei. Den nehmen wir jetzt auch noch mit, entschlossen wir uns. So ging es auf schmalem Pfad steil bergab durch den üppigen Regenwald. Hier waren wir mittendrin und wieder einmal ging es auf zum Teil rutschigem Weg über Stock und Stein bis zur Abbruchkante und dem Wasserfall vor. Leider sahen wir den Wasserfall wieder nur von oben in die Tiefe stürzen und so musste Chris selbstverständlich den Kopter fliegen lassen, denn so sahen wir wenigstens, wofür wir uns geplagt hatten. Der Wasserfall war wirklich beeindruckend, wie auch das weite grüne Tal, in das er stürzte. Doch was nun, gehen wir den anstrengenden Weg zurück oder den ungewissen Weg vorwärts, der uns als Rundweg wieder auf den Trail bringen würde. Da der Weg so steil und anstrengend war, entschlossen wir uns, den ungewissen Weg auszuprobieren und stapften vorwärts., Wieder ging es zum Teil steil bergauf, aber wir fanden den Weg nicht ganz so wild bis auf ein paar schwierige Passagen. Irgendwann kamen wir wieder auf den Hauptweg und von da an auf leichten Wanderwegen bis zu unserem Auto zurück.

  • Wanderungen zum Aussichtspunkt Macchabée View Point, Mauritius
  • Macchabée View Point, Mauritius
  • Mare aux Joncs Wasserfall, Mauritius
  • Mare aux Joncs Wasserfall, Aerial view, Mauritius

Am Abzweig zum Grand Bassin machte Chris dann eine Vollbremsung und fuhr auf einen kleinen Parkplatz, wo ein Mann frische Ananas verkaufte. Die hatten wir uns redlich verdient. So süße, saftige Ananas hatten wir schon lange nicht mehr gegessen. Wir konnten sogar die Innenstreben mitessen, denn auch sie waren nicht holzig sondern saftig. Dazu gab es noch 4 Mini-Bananen, die ebenfalls super gut schmeckten.
Frisch gestärkt kamen wir an dem See Grand Bassin an. Er ist eine der bedeutendsten Hindu-Pilgerstätten außerhalb Indiens, denn Ende des 18. Jahrhunderts brachte ein Hindu Priester aus Mauritius von seiner Pilgerreise nach Indien heiliges Ganges Wasser mit, das er hier in den Kratersee von Mauritius kippte. Seitdem gilt dieser Ort als heilig. Eine andere, etwas mystischere Geschichte erzählt, dass Shiva einst ein paar Tropfen Ganges-Wasser über Mauritius verlor und diese dann den See füllten.
Heute wird man von einer überlebensgroßen 33 Meter hohen Shiva-Statue, die vor einem Löwen auf einem großen Parkplatz steht, begrüßt. Auf der anderen Straßenseite erwartete uns seine Gattin – ebenfalls riesengroß und Ehrfurcht erregend. Tempel und Statuen von Hindu-Göttern sind um den See verteilt. In der Luft lag der Geruch von Räucherstäbchen und viele Menschen boten Früchte und Blumen als Opfer dar. Gläubige Hindus kommen aus allen Teilen Mauritius hierher und einmal im Jahr, während des „Maha Shivarati“ Festes, pilgern hunderttausende Menschen an diesen heiligen Ort.
Das erklärte auch den riesigen Parkplatz, auf den wir unser Auto stellten. Beeindruckt betrachteten wir diesen Teil von Mauritius und kamen uns ein wenig wie in Indien vor. Im Tempel direkt am Wasser wohnten viele Besucher einer Zeremonie bei und ließen sich ein Segnungszeichen auf die Stirn malen. Es war wirklich faszinierend, mit welcher Hingabe und Ausdauer der Priester malte.
Wir begnügten uns mit Schauen und wanderten noch zu einem kleinen Tempel auf einen Hügel hoch, von wo wir einen guten Überblick über den See hatten.

  • Shiva-Statue, Grand Bassin, Mauritius
  • Ganesha, Grand Bassin, Mauritius
  • Aussicht auf die Tempelanlage von Grand Bassin, Mauritius
  • Tempelanlage von Grand Bassin, Mauritius

Nach der Besichtigung folgten wir der Straße weiter bis zu der Teeplantage Bois Cheri, wo wir bis zum Restaurant fuhren, denn von dem erhöht liegenden Restaurant hat man ebenfalls einen tollen Ausblick auf die Teeplantage und die Umgebung. Wir überlegten kurz hier Mittag zu essen, aber es war so voll und wir hatten noch keine rechten Hunger, so holten wir uns einen leckeren eisgekühlten Eistee und fuhren weiter.

  • Teeplantage Bois Cheri, Mauritius
  • Teeplantage Bois Cheri, Mauritius
  • Teeplantage Bois Cheri, Mauritius
  • Baumfarn, Mauritius

Unser nächstes Ziel war der Strand von Gris Gris nahe Souillac. Wir hatten Glück, denn gerade wurde ein Stellplatz frei, als wir ankamen. Schon beim Aussteigen hörten wir das Rauschen der Wellen, die hier ohne ein schützendes Riff ungebremst gegen die Felsen krachten.
Auf dem Parkplatz stand ein Food-Wagen mit indischer Küche, vor dem sich schon eine kleine Schlange gebildet hatte. Da mittlerweile auch unsere Mägen knurrten, stellte Chris sich an, während ich schon einmal zu den Steilklippen vorging. Unter mir lag ein schöner Sandstrand, begrenzt von scharfkantigen Felsen. Gischt schäumte auf, als sich die meterhohen Wellen daran brachen.
Chris brachte uns zwei indische Pfannkuchen gefüllt mit Hühnchen und Fisch, die super lecker gewürzt waren und dabei je nur einen Euro kosteten. Mit Genuss verschlangen wir die kleinen Gaumenfreuden.
Wir fuhren noch ein Stück weiter zu ein paar weiteren tollen Küstenabschnitten, wo die Wellen ebenfalls gegen die Felsen krachten und das locker haushoch. Schon am Gris Gris waren uns zwei junge Russinnen aufgefallen, die wir hier wieder trafen. Es war unglaublich für uns, dass es bei ihnen kein einziges Bild von der Landschaft, sondern nur von sich selbst gab. Egal wo sie standen, es wurde das gleiche Lächeln aufgesetzt und ein Selfi gemacht. Es war fast genauso faszinierend den Beiden zuzuschauen, wie auf die extrem hohen Wellen zu blicken. Auch hier war die Küste einfach nur toll. Schwarze Felsen von den Wellen geformt und das türkisblaue Meer, auf dessen Schaumkronen sich manchmal sogar ein Regenbogen bildete.
Wir schauten uns auch ein paar ruhigere Strandabschnitte an, wie den menschenleeren Riambel Public Beach, wo sich die Wellen am Riff etwas weiter draußen brachen.
Auf dem Rückweg kamen wir am Macondé Aussichtspunkt vorbei. Wir stellten unser Auto ab und gingen über einige Stufen einen Felsen hinauf. Auf der einen Seite schauten wir auf das türkise schimmernde Meer und auf der anderen Seite auf die beiden Buchten, die durch die Felsen des Baie du Cap getrennt sind. Die Straße windet sich um die Felsen in einer engen Haarnadelkurve, die nahezu zum Fotografieren einlädt.

  • Heute gibt es indisches Essen, Gris Gris Beach, Mauritius
  • Das Softeis haben wir lieber sein lasssen
  • Gris Gris Beach, Mauritius
  • Gris Gris Beach, Mauritius
  • Klippen von Roche Qui Pleure, Gris Gris, Mauritius
  • Klippen von Roche Qui Pleure, Gris Gris, Mauritius
  • Riambel Public Beach, Mauritius
  • Macondé, Mauritius

Den Nachmittag bzw. Sonnenuntergang verbrachten wir am Le Morne Strand, wo Kitesurfer die riesigen Wellen nutzten und elegant durch das Wasser glitten. Ein wirklich beeindruckender Anblick von Eleganz und Kraft und das im allerschönsten Abendlicht.
Danach mussten wir schnell noch einkaufen, denn der Supermarkt schloss 19.00 Uhr. Auf den letzten Drücker bekamen wir noch alles Notwendige zum Grillen für die nächsten Tage, dann schloss der Markt auch schon.

  • Chris Le Morne Strand, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Le Morne Strand, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Le Morne Strand, Mauritius
  • Kitesurfer und Windsurfer am Strand von Le Morne, Mauritius

Zurück in unserem Apartment grillten wir und genossen dazu einen leckeren südafrikanischen Rotwein. Den ganzen Tag über hatten wir immer wieder das Handy gecheckt, aber niemand von der Autovermietung hatte sich gerührt. Das hatten wir uns zwar schon gedacht, aber waren trotzdem von so viel Unzuverlässigkeit enttäuscht. Chris schrieb noch eine Mail, bevor wir ins Bett gingen.

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

Dienstag, 10.10.2017

Während Chris Punkt 6.00 Uhr morgens an der Brotausgabe wartete, richtete ich unser Frühstück her. Leider hatte mich die Erkältung noch immer fest im Griff und ich hatte nicht wirklich Hunger. So knabberte ich nur an dem leckeren Croissant herum, während Chris es sich schmecken ließ.
An diesem Morgen verließen wir 7.00 Uhr das Zimmer und gingen zum Pool, wo schon unser Vermieter wartete. Heute wollten wir mit seinem Boot zu den Delphinen fahren. Der Kapitän war auch schon da und los ging es. Die Delphine waren nicht weit weg und tummelten sich in einer Bucht. Leider waren mit uns schon zig andere Boote da. Normalerweise sind die zwei Tümmler-Gruppen auf mehrere Buchten verteilt und so auch der Ansturm der Boote, aber leider diesmal nicht. Trotz der Boote und Menschenmassen schienen die Delphine ihren Spaß zu haben. Immer wieder sprangen Spinner aus dem Wasser und vollführten tolle Sprünge, während die anderen Delphine elegant durch das Wasser glitten. Sie waren selten an einer Stelle und wurde immer wieder von den Booten verfolgt. Viele Leute sprangen mit ihrer Schnorchel Ausrüstung ins Wasser und versuchten einen Blick auf die Delphine zu werfen. Waren sie weg, kletterten die Menschen geschwind aufs Boot zurück, das gleich wieder die Verfolgung aufnahm. Chris ging auch ins Wasser und bekam ein paar einzigartige Momente ganz allein mit den Delphinen. Ich fand es absolut faszinierend, wie glücklich solche Begegnungen machen und wie süchtig. Mich hatte nach wie vor die Erkältung fest im Griff, so dass ich mich lieber nicht an den anstrengenden Verfolgungsjagden beteiligte. Aber auch auf dem Boot war es einfach nur schön den Delphinen zuzuschauen.
Als sich die Versammlung langsam auflöste, beschlossen auch wir, uns noch etwas mehr von der Küste anzuschauen. Wir fuhren zu einem kleinen Riff und frühstückten erst einmal inseltypisch. Es gab gebratene Kartoffeln und gebackene Auberginen, leckeres Brot und dazu Zwiebel- und Koriandersoße. Das war wirklich richtig gut.
Danach schnorchelten wir etwas, aber das Riff gab nicht viel her, so dass wir relativ schnell wieder auf dem Boot waren und zum Crystal Rock in Richtung Le Morne weiter fuhren. Dieser bizarre Felsen steht mitten im Meer und wirkt wie ein Überbleibsel eines Riffes, das sich im Laufe der Zeit aufgelöst hat. Ringsherum war das Wasser kristallklar und von einer türkisenen Farbe. Auf dem Boden war feinster schneeweißer Sand und nur ab und zu mal konnte man eine Koralle erkennen. Das Meer war ruhig und die Sonne lachte vom Himmel. Unser Boot fuhr sehr langsam dahin, da es hier sehr flach war. Wir hatten es uns bequem gemacht und genossen die Fahrt. Über der Insel hatten sich schon wieder die Wolken aufgetürmt und sahen ziemlich bedrohlich aus, aber hier auf dem Wasser war es einfach nur warm und erholsam.
Zurück an unserer Unterkunft fuhren wir erst einmal einkaufen. Unsere Vermieterin hatte uns den Fischladen West Coast empfohlen. Hier werden jeden Tag fangfrische Fische verkauft, aber natürlich auch andere Köstlichkeiten. Kaum waren wir im Laden, bekam Chris glänzende Augen und ich ahnte schon, dass ein Großeinkauf bevorstand. So wanderten frische Dorade sowie zwei Thunfischsteaks in unseren Einkaufskorb. Aber damit nicht genug, in einem Kühlregal entdeckten wir gefrorene Lobster aus Madagaskar. Waren die riesig! Dafür war der Preis echt okay und so mussten zwei dieser tollen Exemplare auch unbedingt mit. Zufrieden verließen wir den Laden und wollten uns noch einen anderen Supermarkt anschauen. Also fuhren wir weiter zum Monoprix Supermarkt. Ein toller Laden mit einer hervorragenden Auswahl. Auch hier merkte man den Einfluss Südafrikas, denn es gab vieles, was wir aus Afrika kannten, wie Savanna oder die Tenniskekse sowie auch südafrikanischen Wein. Aber es gab auch etwas Europa und so waren die Käse- und Wurstauswahl super.
Leider regnete es mittlerweile leicht. Auf unserem Rückweg schauten wir uns noch kurz den Strand von Flic en Falc an, aber bei dem Wetter machte das natürlich keinen Spaß.
Zurück im Olana verstauten wir unsere Einkäufe und ließen uns zum Kaffee zwei oberleckere Mandelhörnchen schmecken, die wir in einem kleinen Café am Supermarkt gekauft hatten.
Wieder hatten wir nichts vom Autovermieter gehört und seelisch und moralisch stellten wir uns schon darauf ein, dass wir mit dem Reifen weiter fahren müssen.
Den Sonnenuntergang verbrachten wir wieder an unserem Hausstrand. Noch immer war eine dichte Regenfront am Himmel, aber kurz vor dem Horizont blitzte noch einmal kurz die Sonne heraus, begleitet von Regenschauern auf dem Meer.

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

  • Olana Beachfront Apartments, River Noire, Mauritius
  • Unser Boot steht schon bereit
  • Eine Gruppe Große Tümmler (Tursiops truncatus), Mauritius
  • Ostpazifische Delfin (Stenella longirostris) oder auch Spinner springen immer wieder aus dem Wasser
  • Große Tümmler (Tursiops truncatus), Mauritius
  • Große Tümmler (Tursiops truncatus), Mauritius
  • Große Tümmler (Tursiops truncatus), Mauritius
  • Crystal Rock und Le Morne Brabant, Mauritius
  • Le Morne Brabant, Mauritius
  • Chris genießt die Bootsfahrt
  • Le Morne Brabant, Mauritius
  • Sonnenuntergang, Mauritius

Mittwoch, 11.10.2017

Als wir aufstanden begrüßte uns ein wunderschöner Morgen. Die Sonne kam gerade erst über den Horizont und kein Wölkchen stand am Himmel. Heute um 13.00 Uhr sollte Chris Flug über den Unterwasserwasserfall stattfinden. Chris holte frische Semmeln und wir wollten gerade frühstücken, als ein Anruf von Ludovic von Born to Fly kam, ob wir auch schon um 10.00 Uhr fliegen könnten. Okay, Hauptsache das Wetter passt. Leider musste aufgrund der Ebbe der Abflugplatz verschoben werden und der Pilot schickt uns den neuen Startplatz. Wir warteten und warteten – nichts. Irgendwann stellten wir fest, dass keiner von dem anderen die WhatsApp oder SMS bekam. So vertrödelten wir die Zeit und saßen an der Unterkunft fest. Irgendwann klappte es dann mit der Verständigung und wir erfuhren, dass wir zum CBeach Club kommen sollen. Also nichts wie los, damit wir noch ein wenig von dem schönen Wetter draußen hatten. Den CBeach Club fanden wir schnell und fuhren zum Wachmann. Als wir sagten, dass wir zu Born to Fly wollten, grinste er und ließ uns passieren. Die Anlage in die wir fuhren war sehr gepflegt und schön, aber für uns viel zu groß, luxuriös und üppig.
Anfangs liefen wir in die falsche Richtung, denn der Flieger war so klein, dass er gar nicht auffiel. Natürlich merkten wir es schnell und waren pünktlich vor Ort. Chris hatte mich überredet, auch eine kurze Runde zu fliegen und so startete ich als Erste. Der Flug war toll und das kleine Wasserflugzeug machte richtig Spaß. Leider hatten sich schon wieder dicke Wolken über den Bergen gebildet und verdeckten schon bald die Sonne. Das war leider nicht das Bild, das Chris im Kopf hatte, auch wenn der Flug trotzdem toll war. Auch das Händeln der Kamera aus dem offenen Fenster war schwieriger als gedacht, denn der Wind zerrte gigantisch daran und ich hatte Schwierigkeiten den richtigen Winkel zu erwischen, damit nicht ständig der Flügel mit im Bild ist. Aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis. Während ich flog, blieb Chris mit Nico am Strand zurück und quatschte über Afrika und Reisen. Dann war Chris dran. Ich sagte ihm zwar, dass das Wetter nicht optimal sei, aber er wollte es trotzdem ausprobieren und flog, aber schon nach einer kleinen Runde kam er zurück, denn mittlerweile war es völlig zugezogen über dem Le Morne Strand, vor dem der Unterwasser-Wasserfall ist. Natürlich handelt es sich nicht um einen richtigen Unterwasser-Wasserfall, sondern um eine optische Täuschung, aber es schaut einfach nur gigantisch aus. Komisch, hier war das schönste Wetter und etwas weiter nordwestlich war es bewölkt und zugezogen. Chris machte mit Ludovic einen neuen Termin aus, wenn die Wetterbedingungen besser sind. Wir mussten auch nur die zwei mal 20 Minuten bezahlen und nicht die gebuchte Zeit, was wir sehr fair und kundenfreundlich fanden. Für die zwei hatte es sich trotzdem gelohnt, denn während wir vor Ort waren, hatten sich schon etliche Interessenten eingefunden und wollten nach uns fliegen.

  • Cooles Wasserflugzeug von Born to Fly, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne mit Unterwasser-Wasserfall, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius

Wir fuhren jedoch zurück zu unserer Unterkunft. Im Ort holten wir uns noch frisches Sushi, das wir genüsslich auf der Terrasse futterten. Es war recht gut, aber leider fehlte es an Wasabi.
Später fuhren wir noch einmal zum Flic an Flac Strand, den wir uns bei besserem Wetter anschauten und hier sogar baden gingen. Danach stoppten wir wieder am nahegelegenen Monoprix Supermarkt in der Bagatelle Mall. Hier kauften wir in der kleinen Bäckerei frische Hörnchen und einen Kaffee to go.
Zum Sonnenuntergang landeten wir wieder am Le Morne Beach und schauten den Kitesurfern zu, die im letzten Licht des Tages ihre Runden auf dem Meer drehten. Wieder einmal waren wir begeistert von dem Können der Surfer. Es sah so leicht aus, aber von Nico wusste ich, dass es alles andere als leicht sei, Kite Surfen zu lernen und man einige Tage harten Trainings benötigt, bis man den Dreh raus hat. Die Regenwolken standen mittlerweile als dicke schwarze Regenfront über dem Meer, was einfach nur gigantisch aussah. Leider versank die Sonne wieder einmal viel zu früh in den Wolken, aber es war trotzdem klasse. Mit dem Sonnenuntergang waren auch alle Surfer aus dem Wasser und wir machten uns auf den Rückweg.
Gegen 19.00 Uhr waren wir zurück im Olana und Chris warf den Grill an. Zur Feier des Tages gab es heute ein Thunfischsteak und für jeden einen Hummer.

  • Kitesurfer am Strand von Le Morne, Mauritius
  • Kitesurfer am Strand von Le Morne, Mauritius
  • Tolle Wolkenstimmung am Strand von Le Morne, Mauritius
  • Zum Abschluss noch ein Thunfischsteak und ein Hummer, lecker

An diesem Abend kam endlich der Chef persönlich bei uns vorbei und wechselte den Reifen. Er war echt nett und hatte sicher viel Arbeit, aber wir hätten schon etwas mehr Service erwartet. Er schimpfte über unzuverlässige Mitarbeiter. Vielleicht war es ja auch etwas Pech, aber einen völlig abgefahrenen Reifen, sollte man wirklich nicht dem Kunden übergeben. Leider können wir den Anbieter nicht empfehlen, auch wenn die Übernahme und Abgabe des Wagens sehr unkompliziert war. Wir würden ihn jedoch nicht wieder nehmen.

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

Donnerstag, 12.10.2017

Wo war nur das schöne Wetter hin, fragten wir uns beim Aufstehen. Dichte Wolken hingen über der Insel. Also frühstückten wir erst einmal. Chris hatte wie immer frische Semmeln geholt und wir saßen auf der Terrasse und beratschlagten, was wir an diesem finsteren Morgen unternehmen sollten.
Wir beschlossen, eine Inselrundfahrt zu machen und brachen auch gleich auf.
Wir fuhren erst zum Gris Gris Beach und dann weiter nach Pont Naturel, einer Naturbrücke im Meer. Der Weg dorthin war sehr einsam und holprig, aber unser kleiner Toyota schaffte das irgendwie ohne Herzstillstand. Auf Sand führte uns der Weg mitten durch die Zuckerrohrfelder und tiefe Pfützen. Gerade als wir dachten, dass wir falsch wären, erreichten wir den Parkplatz mit dem kleinen Schild Pont Naturel. Wir waren richtig. Hier war absolut nichts los. Nur eine Hundefamilie mit drei kleinen Welpen hatte es sich gemütlich gemacht. Sie lebten sicher von den Resten, die die Besucher da ließen, doch leider hatten wir nichts dabei. Die Kleinen waren sehr ängstlich und die Eltern vorsichtig. Wieder hätte ich sie am liebsten mitgenommen.
Wir wanderten an der wilden rauen Steilküste entlang. Die Steinbrücke war riesig und man konnte sie sogar überqueren. Mächtige Wellen schlugen dagegen und Gischt spritzte bis zu uns hoch. Ein toller Anblick dafür hatte sich die Rüttelfahrt durch die Zuckerrohrfelder gelohnt.

  • Pont Naturel, Mauritius
  • Küste am Pont Naturel, Mauritius
  • Einsamer Baobab in Mauritius
  • Voll geladen mit Zuckerrohr, Mauritius

Danach fuhren wir weiter zum Strand Le Souffleur. Auch hier trifft der Ozean ungebremst auf die Felsen der Küste und die Gischt spritzt meterhoch. Ein Felsen wurde im Lauf der Jahre ausgehöhlt und fungiert als Namensgeber - Le Souffleur - was so viel wie Blasloch oder Gebläse heißt. Die Küste war wirklich toll.
Das Wetter wurde immer besser und schon bald schaute die Sonne heraus. Wir umrunden die gesamte Insel und schauen uns immer wieder die Strände an. Einen Stopp machten wir in Blue Bay, wo man im gleichnamigen Marinepark sehr gut schnorcheln kann. Aber die Boote waren schon weg und außerdem hatten wir unser Schnorchelzeug nicht dabei und wollten ja die Insel umrunden. Dafür holten wir uns wieder frische Ananas, die wir uns gleich schmecken ließen.
Wir hielten am Cap Malheureux, auch Unglücks-Kap ganz im Norden Mauritius, das seinen Namen auf Grund einiger Schiffsunfälle erhielt, die sich hier ereignet hatten. Für die Einheimischen hat das Kap noch eine andere Bedeutung, denn hier ging 1810 die britische Armee an Land und beendete die französische Herrschaft.
Hier an diesem Kap befindet sich auch ein Wahrzeichen von Mauritius, die Kapelle Notre-Dame Auxiliatrice, die nur wenige Meter vom Meer entfernt steht. Sie trägt ein auffälliges rotes Satteldach und ist sicherlich das meist fotografierte Bauwerk von ganz Mauritius.
Natürlich ging es dementsprechend zu und zahlreiche Leute versuchten die Kapelle perfekt in Szene zu setzten. Das Wetter passte super, denn mittlerweile strahlte die Sonne zwischen den weißen Schäfchenwolken hindurch, was das rote Dach noch mehr zum Leuchten brachte.
Weiter ging es über Grand Baie, Mont Choisy Beach und den Trou aux Biches Beach immer wieder am Meer entlang.

  • Wilde Küste bei Le Souffleur, Mauritius
  • Wilde Küste bei Le Souffleur, Mauritius
  • Blue Bay Marine Park, Mauritius
  • Mangrovenbaum an der Ostküste, Mauritius
  • Pointe du Diable, Mauritius
  • Ostküste von Mauritius
  • Ostküste von Mauritius
  • Ostküste von Mauritius

Auf der Schnellstraße umfuhren wir Port Louis, das wir lieber an einem Wochenende besuchen wollten und nicht im Berufsverkehr, denn Port Louis die Hauptstadt ist auch wegen seiner Staus bekannt. So landeten wir wieder in Flic en Flac, wo wir uns in der Einkaufs Mall leckere Kuchenteilchen und Kaffee holten.
Am West Coast Laden machten wir ebenfalls noch einmal Stopp und holten uns frischen Lachs und wieder zwei Hummer, die wir sofort in unserem Kühlschrank verstauten. Hier war es wohl den ganzen Tag bewölkt, denn noch immer schien keine Sonne und die Wolken hingen fest an den Bergen.
So faulenzten wir und genossen den Nachmittag am Pool, den schönen Sonnenuntergang am Hausstrand und den Abend auf der Terrasse.

  • Sonnenuntergang am Hausstrand
  • Sonnenuntergang, Mauritius
  • Sonnenuntergang, Mauritius
  • Olana Beachfront Apartments, River Noire, Mauritius

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

Freitag, 13.10.2017

Leider war es auch an diesem Morgen wieder stark bewölkt. So frühstückten wir erst einmal in Ruhe und machten uns dann auf den Weg zum Berg Le Morne Brabant. Doch diesmal wollten wir nicht zum Strand, sondern den hübschen 555 m hohen Tafelberg besteigen, der auf der Le Morne Halbinsel liegt und von weißen Sandstränden umgeben ist.
Wegen seiner historischen Bedeutung wurde der Le Morne 2008 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, denn hier hatten während der französischen Besetzung entflohene Sklaven Zuflucht gesucht. Als die Engländer die Franzosen vertrieben und die Sklaverei abgeschafft hatten, schickten sie Polizisten auf den Berg, um den Sklaven die frohe Botschaft zu verkünden. Diese jedoch glaubten, dass sie verhaftet werden und stürzten sich vom Le Morne in die Tiefe.
Wir parkten auf dem kleinen Parkplatz und schrieben uns in ein Wanderbuch ein. Dann ging es los. Der Weg führte steil nach oben und war dank der drückenden Hitze sehr schweißtreibend. Nach ca. 500 m fiel Chris ein, sein Wimmerl mit allen wichtigen Dokumenten und dem Geld im Auto vergessen zu haben. Also drehte er um und flitzte zum Auto zurück, während ich vor Ort auf ihn wartete. Zum Glück war alles noch da und es konnte nach einer kurzen Verschnaufpause weiter gehen. Jetzt wurde es erst so richtig steil. Je höher wir kamen, desto lichter wurde der Waldweg und schon bald gingen wir oberhalb der Bäume und Sträucher. Irgendwann kamen wir auf das Plateau, von dem aus man auf den Klettersteig kommt. Dazu muss man jedoch erst ein geschlossenes Tor passieren. Wir stoppten davor und genossen die Aussicht. In der Steilwand hingen ziemlich viele Leute und krachselten nach oben und unten. Das sah ganz schön gewagt aus. Wir wussten nicht so recht, was wir machen sollen. Ich war noch immer sehr erkältet und bei Chris zickte das Knie. Nach kurzer Überlegung beschloss ich, hier zu warten, falls Chris auf den Berg wollte. Doch auch er sagte, dass sein Knie nicht fit genug dafür sei und wir begnügten uns damit, von hier auf die schönen Strände hinab zu schauen. Da hatte sogar jemand an einer besonders schönen Stelle mitten auf die Felsen eine Bank gestellt. Dorthin setzten wir uns und verweilten ein wenig. Es war immer noch bewölkt, doch so langsam rückten die Wolken etwas beiseite und die Sonne blitzte heraus.
Wir machten uns auf den Rückweg zu unserem Auto.

  • Wanderung zum Le Morne Brabant, Mauritius
  • Wanderung zum Le Morne Brabant, Mauritius
  • eiter gingen wir nicht
  • Ausblick von Unterwegs

Danach wollten wir unbedingt noch einmal zum Gorges Viewpoint, doch leider war in den Bergen viel schlechteres Wetter und die Aussicht nicht so schön wie beim letzten Mal. So fuhren wir weiter um die Wasserfällen von Chamarel und die Seven Colors Earth (die Siebenfarbigen Erde) anzuschauen. Beides befindet sich in Privatbesitz und kostete umgerechnet 6 Euro (225 Rupien) Eintritt. Gleich zu Anfang gelangt man zu den Zwillingswasserfällen, die ca. 100 m in die Tiefe stürzen. Ein sehr schöner und beeindruckender Anblick. Über eine Treppe gelangten wir zu einer weiteren erhöhten Aussichtsplattform. Wir gingen den gleichen kurzen Weg zu der unteren Aussichtsterrasse zurück. Hier war die eigentliche Attraktion, denn drei bildhübsche Katzen mauzten die Besucher an. Natürlich bekamen sie den einen oder anderen Happen zugeschoben und ließen sich sogar ein wenig streicheln.
Danach folgten wir der Straße bis zum nächsten Parkplatz. Hier war es so voll, dass wir ein wenig warten mussten, bis eine Parkbucht frei wurde. Dann folgten wir dem Pfad bis zum Kassenhäuschen, wo noch einmal unsere Tickets kontrolliert wurden. Nach einem kurzen Weg standen wir vor der „Siebenfarbigen Erde“ und waren wirklich begeistert. Sie ist durch getrocknete Lava entstanden und wegen der Mineralarmut wachsen hier keine Pflanzen. So lag die hügelige Landschaft in den schönsten Erdtönen von ockerfarben, über rot und grün bis hin zu violett leuchtend vor uns. Die Farben kommen durch eine hohe Konzentration an Eisen und Aluminium zustande. Man kann sie sogar von allen Seiten betrachten, denn ein Wegsystem führt auf die gegenüberliegende Seite. Wir waren wirklich beeindruckt, auch wenn das Gebiet nicht sehr groß war. Die Farben und die Wellen waren einfach klasse.
Hier auf dem Gelände befindet sich auch noch ein Gehege mit Riesenlandschildkröten, die wir kurz besuchten.

  • Gorges Viewpoint, Mauritius
  • Wasserfällen von Chamarel, Mauritius
  • Seven Colors Earth, Chamarel, Mauritius
  • Seven Colors Earth, Chamarel, Mauritius
  • Seven Colors Earth, Chamarel, Mauritius
  • Seven Colors Earth, Chamarel, Mauritius
  • Seven Colors Earth, Chamarel, Mauritius
  • Riesenlandschildkröten, Chamarel, Mauritius

Als wir wieder an der Rumfabrik "Rhumerie de Chamarel" vorbei kamen, beschlossen wir spontan eine Besichtigung zu machen. Genug Zuckerrohrfelder hatten wir ja schon gesehen. Jetzt wollten wir auch noch erfahren, wie man Rum daraus macht. Auf Mauritius sind nämlich ca. 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit Zuckerrohr bebaut. Ein Abfallprodukt der Zuckerherstellung ist die Melasse und daraus wird der Rum gewonnen.
Wir bezahlten ca. 19,00 € Eintritt und warteten kurz mit ein paar anderen individuellen Gästen auf unseren Guide, der uns durch die Anlage führte. Hier sahen wir Schritt für Schritt die Herstellung bis zur Einlagerung des Rums, was je nach Rumsorte 18 Monate bis 4 Jahre dauert. In der Fabrik werden 10 verschiedene Rumsorten davon 4 Liköre hergestellt. Danach durften wir alles verkosten und so probierten wir auch ein paar exotische Sorten wie Kokos- oder Vanillerum. Am Anfang hatte uns unsere Führerin gefragt, ob wir Rum oder Konfitüre verkosten wollen. Wir hatten das für einen Scherz gehalten, doch am Ende der Tour standen wir vor dem Verkaufsraum vor einigen sehr exotischen Konfitüre-Sorten. Das Obst dazu stammt ebenfalls von der eigenen Plantage. Nachdem wir total neugierig vor der Marmelade standen, organisierte unsere Führerin noch eine Konfitüre- Verkostung. Dazu kam eine andere Frau, die total witzig war und uns die Zusammensetzung der einzelnen Sorten beschrieb. Mein Favorit war Mango-Passionsfrucht, die schmeckte einfach nur himmlisch und wanderte in meinen Besitz über. Jetzt hatte ich endlich etwas richtig Gutes für mein morgendliches Croissant!

  • Rumfabrik Rhumerie de Chamarel, Mauritius
  • Zuckerrohr wird angeliefert, Rumfabrik Rhumerie de Chamarel, Mauritius
  • Unserer Rumauswahl, Rumfabrik Rhumerie de Chamarel, Mauritius

Am Nachmittag fuhren wir mal wieder zum Le Morne Strand, wo Chris noch einmal versuchte, mit der Drohne zum Unterwasser-Wasserfall zu fliegen. Das Wetter war hier am Meer nämlich super schön. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir faul am Strand. Wir badeten und lasen. Leider war das Wetter zu schön und es ging kein Wind. Darum waren auch keine Kite Surfer unterwegs. Der Sonnenuntergang war trotzdem herrlich und sehr farbenfroh.

  • Südwestküste von Le Morne mit Unterwasser-Wasserfall, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Im schönsten Licht, der Strand von Le Morne,  Mauritius
  • Sonnenuntergang am Strand von Le Morne,  Mauritius
  • Stehpaddler im Sonnenuntergang, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Strand von Le Morne,  Mauritius
  • Sonnenuntergang am Strand von Le Morne,  Mauritius

Zurück an unserem Apartment grillten wir unsere XXL-Langusten, die einfach nur himmlisch schmeckten. Der Abend war lau und wir saßen noch lange auf der Terrasse und genossen das Plätschern des Meeres und die Geräusche der Nacht. Kleine und auch ein sehr großer Gecko nahmen ihren Job als Mückenfänger sehr ernst und waren uns mehr als willkommen.

Übernachtung: Olana Beachfront Apartments, River Noire

Samstag, 14.10.2017

An diesem Morgen hieß es mal wieder Abschied nehmen, denn wir mussten leider in den Südwesten umziehen. Im Olana hatte es uns so gut gefallen, dass es uns sehr schwer fiel, dieses schöne Apartment mit den netten Besitzern zu verlassen. Wo war nur die Zeit geblieben?
Aber erst einmal frühstückten wir gemütlich, ehe ich mich ans Packen machte. Danach lagen wir noch am Pool und sprangen ins kühle Wasser.
Chris hatte am Morgen noch eine Mail von Ludovic bekommen, das er heute um 13.00 Uhr fliegen kann. Das Wetter sah aus wie dafür gemacht.
Um 10.00 Uhr mussten wir leider aus unserem liebgewonnenen Zuhause. Agnes und ihr Mann verabschiedeten uns sehr lieb. So fiel es uns gleich noch schwerer zu gehen.

  • Olana Beachfront Apartments, River Noire, Mauritius
  • Olana Beachfront Apartments, River Noire, Mauritius
  • Noch eine Runde abkühlen, bevor es Richtung Norden geht
  • Einfach traumhaft hier

Wir fuhren noch einmal eine kleine Runde zum Gorges View Point. Doch was war das? Rings um uns herum war alles stark bewölkt. Wo waren nur die Wolken hergekommen? Dafür lungerten am View Point einige Affen herum, die Chris erfolgreich ablichtete. Zum Glück waren sie nicht so frech wie Paviane, sondern hielten Abstand.
Auf einer neuen, sehr einsamen Route fuhren wir auf kurvenreicher Straße durch schönsten Regenwald zum Meer zurück. Wir hatten ja Zeit, denn der Flug sollte erst in gut einer Stunde gehen und bis dahin cruisten wir gemütlich bergab zum Meer. Mitten in einer Kurve kamen uns plötzlich zwei Radfahrer entgegen. Beide nebeneinander und zur Hälfte schon auf unserer Spur. Sie rissen beide die Arme hoch und der Mann brüllte im schönsten Deutsch: „Arschloch“ zu uns ins Auto. Chris mag ja manchmal etwas zu schnell fahren, aber gerade an diesem Tag war er gemütlich unterwegs, da wir ja noch Zeit hatten. Er hatte nicht einmal die Kurve geschnitten – das hatten die zwei Radfahrer gemacht und dafür wurden wir auch noch beschimpft. Wir waren fassungslos und echt empört, da wir uns keiner Schuld bewusst waren, außer vielleicht das wir hier auf der Straße fuhren und das auch noch mit einem Auto. Egal, Choleriker gibt es überall. Ein wenig schadenfroh waren wir dann schon, als auf einmal ein Wolkenbruch losging.
Natürlich regnete es mittlerweile auch am Meer. Als wir am Treffpunkt ankamen, standen dort zwei nagelneue Tesla für ein Shooting mit dem Flieger. Aber auch das machte bei dem Wetter sicher keine Freude. Wir warteten noch auf die Jungs und sagten dann ab. Sie wollten sich wieder melden, wenn das Wetter passt, damit Chris endlich zu seinem Flug kommen kann.
Also starteten wir in Richtung Norden zu unserer neuen Unterkunft - den White Oaks Villas in Pointe aux Biches.
Sie war zwar nur gut 35 km entfernt, aber die Stecke zog sich trotzdem ganz schön. Wieder umfuhren wir Port Louis auf der schönen Strecke durch das Landesinnere und die Berge und dann zurück ans Meer. Leider war es auch hier überall stark bewölkt und regnerisch.
Die Apartmentanlage liegt direkt am Meer, das man über einen gepflegten Garten und einen tollen Pool erreicht. Sie ist mit Zäunen umgeben und im sommerlichen Weiß gehalten. Die Häuser sind zweigeschossig und unser Apartment lag im zweiten Stock. Die Wohnung war wirklich toll, aber durch unsere Wohnung im Olana waren wir einfach verwöhnt und wurden hier nie so richtig warm. Alles war perfekt und doch irgendwie zu steril. Die Möbel waren alle weiß und Meerbilder bzw. Muscheln hingen an den Wänden. Der Balkon war mit einer extra Glasfront versehen, die immer geschlossen sein sollte, wenn wir nicht da sind. Dahinter war eine schöne Sitzecke mit Küche, in der alles zu finden war, außer Eierbecher. Die Wohnung gehört einem Eigentümer, der sie vermietet und sie in seinen Ferien selbst nutzt. Dadurch waren einige Schränke verschlossen, aber es war genug Platz für unsere Sachen vorhanden. Sogar der Kühlschrank war gefüllt mit einer Willkommensmahlzeit und trotzdem irgendwas fehlte uns, um uns so richtig wohl zu fühlen.
Der Manager begrüßte uns persönlich und zeigte uns alles. Aber leider bekamen wir rein gar nichts über die Umgebung und Ausflugmöglichkeiten oder kleine Geschäft und Restaurants gesagt. Erst bei Nachfrage empfahl er uns das Restaurant gleich nebenan in der Hotelanlage sowie den kleinen Supermarkt mit dem witzigen Namen Chez Popo.
Doch vorerst fuhren wir etwas durch die Gegend und schauten uns einige Strände an. In Grand Baie, sahen wir einen kleinen Bäcker am Straßenrand und Jackpot, er war einfach genial. Hier holten wir uns Kaffee und Kuchen, den wir gleich vor Ort genossen. Die Brot- und Kuchenauswahl war einfach riesig und alles schmeckte hervorragend. Der Weg war zwar etwas weiter, aber dorthin musste Chris am Morgen fahren, da half alles nichts.
Im Restaurant Le Off, einem witzigen Poolrestaurant, reservierten wir für den Abend einen Tisch und fuhren dann zurück, um im Chez Popo noch einzukaufen. Die Auswahl war okay, aber nicht so optimal.
Am späten Nachmittag fuhren wir noch einmal durch die Gegend und entdeckten einen riesigen Super U Markt in Grand Baie, der keine Wünsche offen ließ. Hier waren wir genau richtig und auch Chris Augen leuchteten wieder. Dieser Super U Markt war sogar noch besser ausgestattet als der Monoprix Supermarkt und das wollte schon was heißen. Natürlich kauften wir noch ein paar Dinge ein wie Rinderfilet und kleine Hummerschwänze. Damit war auch unser Kühlschrank perfekt ausgestattet.
Das Essen am Abend im Le Off, war wirklich lecker. Wir saßen in einer Nische am Pool mit Blick auf die Bar und tranken erst einmal einen Cocktail. Chris nahm einen Rumtea und ich einen Passionsfrucht-Mojito. Chris „Tee mit Rum“ war wirklich gut, aber mein Mojito war der Hammer. So fruchtig und süffig – einfach nur mhhh. Als Vorspeise bestellten wir eine Sushi-Platte, die ebenfalls absolut lecker war. Chris aß dann Thunfischsteak in Wasabi-Soße und ich Dorade mit Kartoffelpüree und Gemüse. Wir waren wirklich begeistert von dem tollen Essen und dem schönen Ambiente. Anfangs waren wir noch fast alleine, aber etwas später füllte sich das Restaurant und einige Gäste ohne Reservierung mussten wieder gehen.
Zurück in unserer Unterkunft saßen wir noch etwas auf dem Balkon und genossen bei einem Glas Wein das Rauschen des Meeres, ehe wir müde in unser Bett gingen.

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

  • Langschwanzmakak oder Krabbenesser (Macaca fascicularis), Gorges View Point
  • Langschwanzmakak oder Krabbenesser (Macaca fascicularis), Gorges View Point
  • White Oaks Villas, Trou aux Biches, Mauritius
  • White Oaks Villas, Trou aux Biches, Mauritius
  • White Oaks Villas, Trou aux Biches, Mauritius
  • Pool der White Oaks Villas, Trou aux Biches, Mauritius
  • Tolles Essen im Restaurant Le Off, Mauritius
  • Restaurant Le Off, Mauritius

Sonntag, 15.10.2017

Als wir aufwachen, war der Himmel wieder stark bewölkt. So frühstückten wir erst einmal ausgiebig. Chris musste heute früh nicht zum Bäcker, denn wir hatten noch Baguette vom Vortag, das wir aufgebacken hatten.
Chris wollte unbedingt an diesem Morgen nach Port Louis und ich hatte überhaupt keine Lust auf Stadt und Menschen, aber er überredete mich und wir fuhren nach dem Frühstück los.
Wir kamen super in die Stadt rein und parkten an der Waterfront, die sonntags kostenlos ist. Zuerst gingen wir zum Zentralmarkt, wo es alles zu kaufen gibt, was das Herz begehrt. Frisch geerntetes Gemüse und exotisches Obst, tolle Gewürze und es duftete so gut. Die Händler waren so früh am Morgen noch mit dem Aufbau ihrer Stände beschäftigt. Sie stapelten das Obst und Gemüse sehr schön auf und es wurde immer wieder neue Ware gebracht.

  • Obst im Zentralmarkt, Port Louis, Mauritius
  • Chilis, Zentralmarkt, Port Louis, Mauritius
  • Frisches Gemüse, Zentralmarkt, Port Louis, Mauritius
  • Frisches Gemüse, Zentralmarkt, Port Louis, Mauritius

Am Fleischmarkt wartete ich draußen, denn mein Magen reagierte etwas komisch an diesem Morgen. Außerdem hörte man schon von draußen die Hühner schreien und ich wollte nicht live bei der Schlachtung dabei sein. Chris schaute sich um und war begeistert von der Sauberkeit der Stände und Freundlichkeit der Menschen.
Danach fuhren wir zum Fort allein wegen der Aussicht auf die Stadt, denn es liegt seitlich auf einem Hügel und man kann von hier aus wunderbar auf die Häuser, den Hafen und das Meer schauen.
Da das Fort nicht so interessant sein soll, warteten wir nicht, bis es öffnete, sondern fuhren wieder zurück an die Waterfront auf unseren Parkplatz, der sich mittlerweile schon ordentlich gefüllt hatte.
Das Wetter war richtig schön geworden und die Sonne lachte vom Himmel. Wir setzten uns in ein Straßencafé tranken Cappuccino und aßen dazu ein exquisites Eistörtchen. Danach schlenderten wir noch etwas durch die Gassen der Stadt. Besonders gefielen uns die vielen bunten Schirme, die zwischen die Häuser gespannt wurden, aber auch der Blick auf den Hafen und die Häuser der Promenade. Die Waterfront war wirklich gut gelungen und es machte Spaß, hier entlang zu laufen.
Mittags schlenderten wir noch einmal zurück zum Markt und holten uns bei einem beliebten Stand frische indische Pfannkuchen mit Gemüse. Die absolut leckeren Teile verspeisten wir mit Aussicht, auf einer Bank im Schatten. Später holten wir uns noch frisch gepressten Saft und einen Zuckerrohrcocktail. Wir ließen es uns richtig gut gehen und ich war froh auf Chris gehört zu haben, denn die Stadt war wirklich toll.

  • Caudan Waterfront von Port Louis, Mauritius
  • Caudan Waterfront von Port Louis, Mauritius
  • Sir Sewsagur Ramgoolam StatueCaudan Waterfront von Port Louis, Mauritius
  • Chris und Dodo, Port Louis, Mauritius
  • Umbrella Square, Caudan Waterfront von Port Louis, Mauritius
  • Umbrella Square, Caudan Waterfront von Port Louis, Mauritius
  • Aussicht auf Port Louis, Mauritius
  • Andrea mit zwei leckeren Zuckerrohrcocktails, Port Louis, Mauritius

Zurück in der Unterkunft wusch ich Wäsche und wir gingen an den Strand. Wenn man aus der Unterkunft kam und ein paar Meter nach rechts ging, kam man an eine wellengeschützte Bucht, wo man super ins Meer springen konnte, was wir auch machten. Danach wanderten wir auch noch nach links zum anderen Strand. Hier gab es viel mehr Felsen und nur kleinere Buchten, wo man ins Wasser hüpfen konnte. Der Strand war ewig lang.
Leider zog es wieder etwas mehr zu, aber zum Sonnenuntergang, den wir am linken Strand, dem Pointe aux Piments Public Beach, verbrachten, kam sie wieder raus und versank doch tatsächlich einmal nicht in den Wolken, sondern im Meer. Wie schön! An diesem Sonntag waren hier viele Einheimische und laute Reggaemusik schallte den Strand entlang. Das war so richtig Urlaubsfeeling und wir saßen glücklich und zufrieden am Strand und schauten den Wellen zu, während wir im Takt mit den Füßen wackelten.
Am Abend grillten wir dann Lachs und die kleinen Langusten, lecker!

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

  • Pointe aux Biches, Nordwestküste, Mauritius
  • Pool der White Oaks Villas, Trou aux Biches, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Pointe aux Biches, Nordwestküste, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Pointe aux Biches, Nordwestküste, Mauritius

Montag, 16.10.2017

Um 6.15 Uhr fuhr Chris los, um uns frische Semmeln zu holen. Doch leider öffnete der Bäcker erst um 7.00 Uhr. So brauchte er über eine Stunde, bis er wieder da war. In der Zwischenzeit hatte ich den Tisch fertig gedeckt und war bei der zweiten Tasse Kaffee, die ich bei der tollen Meersicht so richtig genoss.
Nach dem super Frühstück mit knusprigen Semmeln und Croissants machen wir uns auf, um die Strände der Umgebung zu erkunden. Leider passierte Chris gleich am Anfang unseres Ausflugs ein dummes Missgeschick. Wir hielten an einem kleinen Strand und er ging eine Bootsrampe hinunter, um ein paar bunte Boote auf dem Meer zu fotografieren. Er war so abgelenkt von dem Motiv, dass er nicht nachdachte und auf die nassen Steine stieg, die natürlich extrem rutschig waren. Es kam wie es kommen musste. Ich hörte nur einen Aufschrei und als ich schaute, lag er am mit schmerzverzerrtem Gesicht am Boden und hatte Schwierigkeiten auf der „Schmierseife“ wieder Halt zu finden. Zum Glück war nichts weiter passiert, nur ein paar blaue Flecken und Abschürfungen, aber das hätte echt dumm laufen können.

  • Kurzes Frühstück
  • Frühstück mit Aussicht
  • Fischerboote, Trou Aux Biches, Mauritius
  • Strand von La Cuvette, Mauritius

Dafür wurde der Rest des Tages umso besser. Wir hielten noch einmal an der Kirche Notre Dame Auxiliatrice de Cap Malheureux und besuchten ein paar wirklich tolle Strände. An einem Mangrovenstrand stand nur ein einzelner Fischer im Wasser und ringherum kein einziger Mensch. Hier zogen wir uns aus und sprangen ins kristallklare kühle Wasser. War das ein Genuss. Das wiederholten wir an jedem schönen Strand und waren einmal so richtig ausgiebig baden. Was für ein schöner Tag. Außerdem ließ Chris ab und zu die Drohne fliegen und machte ein paar tolle Strand- und Meeraufnahmen.

  • Pereybere Beach, Mauritius
  • Notre Dame Auxiliatrice de Cap Malheureux, Mauritius
  • Cap Malheureux, Mauritius
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius
  • Mangrovenbäume im Osten von Mauritius
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius
  • Einsamer Strand im Osten von Mauritius
  • Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Strand im Osten von Mauritius, Aerial View
  • Strand im Osten von Mauritius, Aerial View

Auf dem Rückweg kauften wir noch im Supermarkt ein und erstanden an einem Obststand frische Ananas und Mangos. Gleich vor Ort tranken wir eine erfrischende Kokosnuss und löffelten den Inhalt aus.
Zurück im Apartment gab es Kaffee und Kuchen und später eine Runde im Pool. Den Sonnenuntergang verbrachten wir wieder am Strand „Pointe aux Piments Public Beach“. An diesem Abend war deutlich weniger los, Schade eigentlich, denn die Musik gestern war so erfrischend gewesen.

  • Zuckerrohrfelder in Mauritius
  • Trou aux Biches, Mauritius
  • Trou aux Biches, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Strand von Trou aux Biches, Mauritius

Zum Abendessen gab es diesmal Rib Eye vom Grill mit frischem Salat und unser Obst als Nachspeise. Schon am Ankunftstag waren uns einige Katzen aufgefallen, die von der Dame, die unter uns wohnte, versorgt wurden. Leider reiste sie ab und zurück blieben mehrere hungrige Katzen, die sie suchten. Sie war wohl eine Eigentümerin und hat hier eine lange Zeit verbracht, aber leider kümmerte sich nun niemand mehr um die Tiere. Das konnten wir natürlich nicht zulassen und besorgten Katzenfutter, so dass sie zumindest während unseres Aufenthaltes versorgt waren.

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

Dienstag 17.10.2017

Es regnete mal wieder an diesem Morgen. So blieben wir bis 7.00 Uhr liegen. Während Chris zum Bäcker fuhr, machte ich Frühstück, das wir auf unserem Balkon genossen.
Ich wusch noch einmal Wäsche, denn bei seinem Sturz hatte Chris sich von oben bis unten mit schmierigen Algen eingerieben, so dass Hose und Shirt absolut waschbedürftig waren. Chris las und ich kümmerte mich um mein Reisetagebuch. Die Vögel zwitscherten, das Meer rauschte und die Palmen wogen sich sanft im Wind. So konnte man es auch mal im Zimmer aushalten.
Am Nachmittag klarte es etwas auf und wir badeten im Pool und lasen weiter – ein richtig fauler Tag, aber so was braucht man ab und zu im Urlaub.
An diesem Abend wollten wir wieder Essen gehen und so reservierte Chris einen Tisch im Grill & Chill in Pereybere Grand Baie. Wir fuhren etwas eher los, da wir den Sonnenuntergang an dem kleinen netten Strand vor Ort verbringen wollten. Als wir an den Strand kamen, entdeckte Chris eine tolle Sandfigur, die er sogleich fotografierte. Der Künstler freute sich und erzählte, dass er den ganzen Tag dafür gebraucht hatte. Er hatte aus Sand ein richtiges Kunstwerk geschaffen, das sich wunderschön vor dem hellen Sand und dem Meer im Gegenlicht machte.
Leider versank die Sonne wieder in den Wolken und so gingen wir etwas eher ins Restaurant. Wir saßen auf dem Balkon im ersten Stock. Chris bestellte Red Snapper und ich einen Fisch-Shrimp-Spieß. Anfangs waren wir ganz alleine, aber nach und nach füllte sich das Restaurant. Der Fisch war gut, richtig lecker waren jedoch die Bratkartoffeln in Senfsoße, die knusprig und gut gewürzt waren.
Zurück in unserem Zimmer fütterte ich noch die Katzen, die schon auf uns warteten und dann ließen wir den ruhigen Tag mit einem Glas Wein auf dem Balkon ausklingen.

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

  • Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Pointe aux Biches, Aerial View, Mauritius
  • Verkäufer mit Schwimmreifen und Figuren zum Baden
  •  Sandfigur im  Sonnenuntergang
  • Pereybere Beach, Mauritius
  • Grill & Chill in Pereybere, Grand Baie, Mauritius
  • Grill & Chill in Pereybere, Grand Baie, Mauritius

Mittwoch 18.10.2017

An diesem Morgen weckte uns endlich wieder die Sonne. Es versprach, ein schöner Tag zu werden und dies war die letzte Chance für Chris, seinen Geburtstagsflug zu machen. Um 13.00 Uhr hatten wir uns mit Born to Flight verabredet.
So brachen wir nach einem gemütlichen Frühstück auf. Wieder fuhren wir auf der M3 durch das Landesinnere und umgingen damit die Staus vor Port Louis. Dafür entdeckten wir einen schönen Platz mit Aussicht auf die Berge und Zuckerrohrfelder ganz nah an der Autobahn, die wir dafür kurz verließen.
Einen weiteren Stopp machten wir an den Tamarin Falls nahe des Ortes Henrietta. Der Ausgangspunkt war gar nicht so einfach zu finden und es war wohl auch nicht gedacht, dass man sich alleine auf den Weg macht. Aber wir fanden problemlos den Einstieg und schon bald befanden wir uns auf dem Feldweg am Fluss entlang. Relativ schnell ging es jedoch nach links in die Büsche und der Weg wurde steil, rutschig und steinig. Wir waren froh, unsere Wanderschuhe an den Füßen zu haben, denn so hatten wir Halt und merkten nicht jedes Steinchen. Auch Mücken gab es hier zahlreich, so dass ich mich nach ein paar Stichen einschmierte. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir die erste Stufe des 7 stufigen Wasserfalls. Weiter wollten wir an diesem Tag auch nicht, denn für alle 7 Stufen braucht man den ganzen Tag. Weiter unten kann man in den Wasserbecken baden, aber auch das wollten wir nicht an diesem Tag. So verweilten wir an der ersten Stufe und Chris ließ den Kopter steigen. Durch ihn hatten wir wieder eine super gute Sicht auf die Wasserfälle, was uns völlig ausreichte.
Der Rückweg ging wider Erwarten recht schnell. Uns kamen zwei geführte Touren entgegen, aber trotz des engen Kletterpfades klappte es gut mit dem Ausweichen.
Als nächsten Stopp fuhren wir zum Aussichtspunkt auf den 7 stufigen Wasserfall. Vom offiziellen Aussichtspunkt ist die Sicht nicht so toll, aber wenn man der Straße ein Stück weiter folgt, hat man an einem Feld eine gute Sicht in die Schlucht und auf den Wasserfall. Hier sahen wir sehr viele Menschen, die den Wasserfall bzw. die ersten drei Kaskaden bezwangen oder in den Pools badeten. Der Wasserfall ist wirklich toll und sicher jeden Tropfen Schweiß wert. Immer wieder wurden wir angesprochen, die Leute hier waren einfach absolut nett. Ein alter Mann kam extra mit seiner Enkelin auf dem Moped zu uns gefahren, damit sie sich die Drohne anschauen kann. Er betonte immer wieder, wie sehr sie die Touristen mögen und freute sich total, als wir ihm sagten, wie schön sein Land ist und wie gerne wir hier Urlaub machen.
Einen weiteren Halt machten wir noch am Gorges View Point und genossen wieder einmal die wunderschöne Aussicht auf die grünen Hügel bis zum Meer.

  • Abseits der Autobahn
  • Wanderung zu den Tamarin Falls, Mauritius
  • Tamarin Falls, Mauritius
  • Tamarin Falls, Mauritius
  • Tamarin Falls, Aerial View, Mauritius
  • Tamarin Falls, Aerial View, Mauritius
  • Aussicht Richtung Küste, Aerial View, Mauritius
  • Aussicht Richtung Küste, Mauritius

Danach stoppten wir noch am Chamarel Restaurant und tranken einen leckeren Cappuccino mit Aussicht. Die Sonne lachte vom Himmel und das Wasser leuchtete in den schönsten Blautönen. Der Cappu schmeckte köstlich, was nicht nur an der Aussicht lag.
Danach fuhren wir zu unserem Flugplatz am Meer, doch vorher ließ Chris noch einmal die Drohne fliegen, denn das Wetter war einfach zu schön. Am Strand warteten wir auf die Jungs von Borne to Flight.

  • Aussicht vom Chamarel Restaurant, Mauritius
  • Aussicht vom Chamarel Restaurant, Mauritius
  • Cappuccino mit Aussicht
  • Aussicht auf´s Meer
  • Aussicht über den Süden mit Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Le Morne  Brabant, Mauritius
  • Le Morne  Brabant, Mauritius
  • Unser Wasserflugzeug ist bereit für den nächsten Flug

Es war zwar etwas dunstig, aber dafür waren nicht so viele Wolken am Himmel. Während Chris endlich seine Runde flog, blieb ich mit Nico am Strand und wir ratschten, bis der Flieger wieder am Himmel erschien und mir einen zufriedenen Chris zurück brachte. Das Wetter hatte gepasst, aber es war ganz schön schwierig, den Unterwasserwasserfall perfekt abzulichten, zumal der Wind wieder heftig an der Kamera zerrte und er sie ziemlich weit aus der kleinen Öffnung im Fenster halten musste.

  • Südwestküste von Le Morne mit Unterwasser-Wasserfall, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne mit Unterwasser-Wasserfall, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius
  • Südwestküste von Le Morne, Aerial View, Mauritius

Wir verabschiedeten uns von den Beiden und fuhren vor zum Le Morne Beach, wo Chris noch einmal den Kopter aufs Meer schickte, um den Unterwasserwasserfall auch damit abzulichten. Er flog fast 1,5 km aufs Meer hinaus und hatte jetzt auch mit der Drohne Erfolg. Wir badeten und genossen das schöne Wetter am Strand. Diesmal erkundeten wir auch den rechten Strandabschnitt, wo an diesem Tag die Kite Surfer durch das Wasser glitten, denn hier war richtig viel Wind, während am linken Strandabschnitt überhaupt kein Wind war. Wir holten uns noch gebratene Nudeln an einem Strandwagen, die richtig super schmeckten und als kleiner Nachmittagssnack gerade richtig waren.

  • Traumstrand von Le Morne, Mauritius
  • Zeit für einen Strandspaziergang am Traumstrand von Le Morne, Mauritius
  • Traumstrand von Le Morne, Mauritius
  • Hotelanlage am Strand Le Morne, Mauritius

Im Monoprix kauften wir noch Katzenfutter und ein paar andere Sachen ein, dann ging es zurück nach Pointe aux Biches. Kurz vor unserer Unterkunft sahen wir die Sonne wolkenlos im Meer versinken – leider nur aus dem Auto heraus. Es war aber trotzdem irgendwie schön.
Wir grillten unsere Lobster, saßen noch lange draußen auf dem Balkon und lauschten dem Rauschen des Meeres und dem Rascheln der Palmenblätter im Wind bei Kerzenschein und einem Glas Wein.

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

Donnerstag, 19.10.2017

Nach einem leckeren Frühstück brachen wir um 7.00 Uhr auf in Richtung Le Pouce. Diesen Berg wollten wir unbedingt erwandern, denn die Wanderung gehört mit zu den schönsten von Mauritius.
Der Le Pouce ist mit seinen 812 m der dritthöchste Berg der Insel, der einen 360 Grand Rundumblick garantiert.
Doch vorher hielten wir noch an unserem Lieblingszuckerrohrfeld mit Aussicht auf die Berge und Chris ließ den Kopter steigen.

  • Berge und Zuckerrohrfelder, Aerial View, Mauritius
  • Berge und Zuckerrohrfelder, Aerial View, Mauritius
  • Zuckerrohrfelder, Aerial View, Mauritius
  • Berge und Zuckerrohrfelder, Aerial View, Mauritius

Weiter ging es in die kleine Ortschaft Moka und von dort aus noch ein Stück weiter bis zum Trailhead. Einige Jugendliche warteten darauf, abgeholt zu werden. Sie hatten die Nacht auf dem Berg verbracht und bestätigten uns, dass hier der Parkplatz sei, den man nicht auf Anhieb als selbigen erkannte. Die Jungs sagten zwar nichts, aber schauten verstohlen auf Chris Flip Flops. Nein, so würden wir natürlich nicht loswandern. Also schnürten wir die Wanderschuhe, ich schnappte meine Stöcke und los ging es. Anfangs wanderten wir durch Zuckerrohrfelder moderat dahin, dann wurde es steiler und ganz schön schweißtreibend. Dafür gingen wir ein ganzes Stück durch den schattigen Wald. Leider war der Weg ein unebenes Geröllfeld, was das Wandern nicht unbedingt leicht machte. Doch wir gewannen schnell an Höhe und erreichten schon bald das erste Plateau. Der Weg wurde nunmehr zu einem schmalen Pfad und führte uns in einem Bogen um den Berg herum. Sahen wir anfangs auf Moka und die Umgebung hinab, so bekamen wir langsam einen Blick auf Port Louis, das klein zwischen den Bergen vor uns lag. Was für ein toller Ausblick. Wir verweilten lange Zeit und schauten einfach nur. Neben uns hielt ein Wanderer, der aus Port Louis kam und uns erzählte, dass er von Moka stammt und diese Wanderung macht, um seinen Kopf frei zu bekommen. Genau das passiert hier. Man vergisst alles, was einem Sorgen macht und genießt das Sein bei dieser fantastischen Aussicht. Doch wir waren noch nicht am Ziel und weiter führte uns der Weg stetig leicht bergan bis zu einem zweiten Plateau, von dem aus wir auf die andere Seite der Insel schauen konnten. Die Berge vor uns und das Meer in weiter Ferne. Einfach traumhaft. Durch Büsche ging es steiler bergauf und man konnte den Weg nicht mehr verlassen, denn zum Teil waren die Gewächse höher als wir. Dann kam der letzte und anstrengendste Teil, es ging steil den Gipfel hinauf mit Klettereinlagen. Zwei Männer mit einigen Jungs kamen gerade wieder vom Gipfel hinunter – hm, das sollte doch machbar sein, munterte ich mich auf. Doch es ging links und rechts ewig weit in die Tiefe und ich merkte einmal wieder, dass ich nicht schwindelfrei bin. Gerade als ich Chris überzeugt hatte, dass ich den Absatz auf keinen Fall schaffe, fand er eine kleine Umgehung und half mir hinauf. Der Rest war einfach und kurz darauf standen wir auf dem Gipfel. Ich war so glücklich, dass ich es geschafft hatte und somit diesen 360 Grad Panoramablick genießen konnte. Wir konnten fast ganz Mauritius überblicken und ließen unsere Augen schweifen. Wir waren ewig oben und genossen die Aussicht, ehe wir uns auf den Weg zurück nach Moka machten. Der Abstieg hatte noch eine heikle Stelle, aber dank Chris Hilfe war sie halb so wild und schon bald ließen wir den Gipfel hinter uns. Der Rest des Wegs war angenehm und wir genossen noch einmal die Aussicht, ehe wir zurück am Auto waren. Mittlerweile war der Parkplatz gut gefüllt, aber einige Einheimische gingen hier nur ein wenig spazieren, denn sie hatten wirklich nur Flip Flops an.

  • Wanderung zum Le Pouce Mountain Peak, Mauritius
  • Andrea genießt die tolle Aussicht
  • Wanderung zum Le Pouce Mountain Peak, Mauritius
  • Chris hat unser Ziel im Auge
  • Geschafft wir sind auf dem Gipfel des Le Pouce
  • Tolle Aussicht vom Le Pouce Mountain Peak, Mauritius
  • Chris ist begeistert von der tollen Aussicht
  • und schon geht es wieder runter

Mittags waren wir am Strand nahe unserer Unterkunft und kauften mal wieder gebratene Nudeln und Samoas, die wir auf unserem Balkon aßen. Am Nachmittag packte ich und wir badeten noch im Pool. Den Sonnenuntergang verbrachten wir wieder an „unserem“ Strand und genossen noch einmal wie die Sonne im Meer versank. Am Abend grillten wir, aber das Fleisch war nicht so gut und so bekamen die Katzen eine Extraportion. Bei einem Gin Tonic ließen wir unseren letzten Abend hier auf Mauritius ausklingen. Wir sogen das Rauschen des Meeres und die warme Luft noch einmal in uns auf.

Übernachtung: White Oaks Villas, Trou aux Biches

  • Sonnenuntergang am Strand von Trou aux Biches, Mauritius
  • Fischerboot im Sonnenuntergang, Trou aux Biches, Mauritius
  • Sonnenuntergang am Strand von Trou aux Biches, Mauritius
  • Zeit für Abendessen

Freitag, 20.10.2017

Um 5.30 Uhr klingelte unser Wecker. Wir packten die Taschen fertig und frühstückten noch einmal in aller Ruhe. Die Katzen bekamen das restliche Futter und wir verließen um 6.30 Uhr die Unterkunft, die uns auf den zweiten Blick doch recht gut gefallen hatte.
Auf dem Weg zum Flughafen stoppten wir an unserer Lieblingsstelle inmitten der Zuckerrohrfelder, dann rissen wir uns los und brausten nach Port Louis. Um 8.00 Uhr waren wir am Airport und gaben das Auto zurück. Die Rückgabe verlief kurz und schmerzlos. Auch der Check-in war angenehm. Wir tranken noch einen Cappuccino und um 10.36 Uhr startete die Condor zurück nach München. Eigentlich war das unser Urlaub, doch wir bekamen noch einen Bonus, denn der Flieger flog einmal quer über die Insel und wir bekamen noch einmal ein paar tollen Luftansichten von der Blue Bay und Port Louis.

  • Unsere Mitesser
  • Die letzten Bilder, bevor es wieder nach Hause geht
  • Zuckerrohrfelder mit dem Berg Pieter Both, Mauritius
  • Zuckerrohrfelder mit dem Berg Pieter Both, Mauritius
  • noch schnell das Tagebuch updaten
  • Flughafen von Mauritius
  • Flug über die Ostküste, Insel Ile Aux Aigrettes Nature Reserve, Aerial View, Mauritius
  • Flug über die Ostküste, Insel Ile Aux Aigrettes Nature Reserve, Aerial View, Mauritius
  • Flug über die Ostküste, Insel Ile Aux Aigrettes Nature Reserve, Aerial View, Mauritius
  • Flug über die Ostküste, Insel Ile Aux Aigrettes Nature Reserve, Aerial View, Mauritius
  • Flug über Mauritius
  • Port Louis, Aerial View, Mauritius

Ein schöner und erholsamer Urlaub lag nun hinter uns. Leider hatte das Wetter nicht immer mitgespielt, aber für alle wichtigen Unternehmungen hatte es gepasst. Wir konnten leider nicht alles sehen, was wir uns vorgenommen hatten, aber man braucht ja schließlich immer einen Grund, um wieder zu kommen – und den haben wir auf alle Fälle.
Im Gegensatz zu Réunion gingen die Uhren hier auf Mauritius etwas langsamer und das Leben lief gemütlicher ab. Die Leute waren extrem nett und entspannt. Wir haben selten ein Land bereist, wo die Touristen so willkommen waren und es uns auch immer wieder bestätigt wurde.
Die Kombination der beiden Inseln war eine sehr gute Idee, auch wenn uns im Gegensatz zu vielen anderen Reisenden Réunion noch etwas mehr ans Herz gewachsen ist. Ein paar neue Lieblingsplätze, die unsere Herzen im Sturm eroberten und uns im wahrsten Sinne den Atem geraubt haben, gab es auf beiden Inseln, wie der Le Pouce mit seiner Wahnsinnsaussicht, der Piton de la Fournaise bei Sonnenaufgang und als Wanderung oder mein absoluter Lieblingsplatz, der Le Maido, wo man hoch über den Wolken einfach nur die Seele baumeln lassen kann und glücklich ist. Plätze, die einem das Herz wärmen und immer verfügbar sind, die auch in dunkelster Nacht ein Licht aufflammen lassen und von denen jeder Mensch einige in seinem Herzen braucht.
Danke euch allen fürs Lesen und meiner Mutti fürs Korrekturlesen.

Das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an den Orten und Momenten,
die uns den Atem rauben!

(c)unbekannt

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